Grippe
Nationaler Impftag - eine Spritze im Kampf gegen die Grippe

Limmattaler Ärzte empfehlen Risikogruppen, sich zu schützen und bis Mitte November impfen zu lassen. Das Netzwerk Impfentscheid hingegen warnt vor gesundheitlichen Schäden der Spritze.

Anina Gepp
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Ärzte empfehlen allen Menschen über 65 Jahren und solchen mit chronischen Erkrankungen, sich im November gegen Grippe impfen zu lassen.

Ärzte empfehlen allen Menschen über 65 Jahren und solchen mit chronischen Erkrankungen, sich im November gegen Grippe impfen zu lassen.

Keystone

Jährlich sterben 1500 Menschen in der Schweiz an einer Grippe. Die beste und effektivste Massnahme sich davor zu schützen, sei die Impfung, so die Ärzte. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, sich bis Mitte November vor dem Start der ersten Welle impfen zu lassen. Am kommenden Samstag findet deshalb der nationale Grippeimpftag statt. An diesem von den Schweizer Hausärzten durchgeführten Tag kann jeder ohne Anmeldung für einen Pauschalpreis von ungefähr 30 Franken eine Impfdosis bekommen.

Die Aktion ist nicht unumstritten. Trotzdem bieten auch Limmattaler Ärzte die Grippeimpfung an. Johannes Häfner mit Praxis in Dietikon empfiehlt die Impfung vor allem Personen über 65 Jahren. Sie gehörten zur Risikogruppe, genau so wie Menschen mit chronischen Erkrankungen. «Jeder mit Lungenproblemen oder Diabetes sollte die Grippeimpfung machen», sagt der Arzt. Eine Anmeldung sei nicht notwendig. Sorgen über allfällige Nebenwirkungen seien unbegründet: «Jeder Patient bleibt nach der Impfung eine halbe Stunde in der Praxis. So kann ich einschreiten, falls es zu Komplikationen kommt.» Das sei bisher aber noch sehr selten der Fall gewesen. Der Arzt begrüsst den nationalen Grippeimpftag. Dieser sei vor allem für jene Menschen da, die ansonsten gesund seien und deshalb selten eine Praxis aufsuchen. An diesem Tag stehe die Tür für alle offen.

95 Prozent stimmen Impfung zu

Auch in der Praxis von Ralph Wild in Oberengstringen ist die Grippeimpfung derzeit gefragt. 95 Prozent der älteren Patienten würden sich impfen lassen, sagt Praxisassistentin Alicia Quinter. Einige wenige hätten Bedenken und verzichteten auf die Spritze. «Auch Schwangeren, Menschen mit Hepatitis oder HIV ist die Impfung zu empfehlen», sagt Quinter. Sie gehörten ebenfalls zur Risikogruppe. Es sei jedoch so, dass sich davon betroffene Personen unter 50 Jahren nur vereinzelt impfen liessen.

Kinder und Jugendliche überstehen eine Grippe im Normalfall problemlos. Dennoch bietet Barbara Brändle in ihrer Praxis in Oberengstringen die Impfung auch für jüngere Patienten an. «Gerade Kinder mit einem Herzfehler oder solche mit neugeborenen Geschwistern impfen wir immer wieder einmal», sagt Praxisassistentin Marianne Vinci. Denn für Babies könne eine Grippe ein Risiko sein, wenn sie sich bei ihren älteren Geschwister ansteckten.

Im Büro nicht fehlen wollen

Grundsätzlich gegen Impfungen spricht sich Daniel Trappitsch, Geschäftsführer des Netzwerks Impfentscheid aus. Er zweifelt daran, dass sie ungefährlich sind. «Die Wirkung der Grippeimpfung ist nicht erwiesen». Er verweist auf zahlreiche Studien, die das inzwischen belegten.

Der Naturheilpraktiker geht sogar noch einen Schritt weiter: Fieber müsse ausgeschwitzt werden und nur sehr selten mit Medikamenten gesenkt werden. «In unserer schnelllebigen Zeit haben wir das Gefühl, keinen Tag im Büro fehlen zu dürfen», sagt er. Dabei sei es wichtig, sich Ruhe zu gönnen und die Grippe ganz auszukurieren. Besonders emotional reagiert Trappitsch auf die Empfehlung von Ärzten, dass schwangere Frauen sich impfen lassen sollen. «Die Spritzen enthalten oftmals gesundheitsschädliches Quecksilber und Aluminium, das direkt auf das ungeborene Kind übergehen kann.» Grippeimpfstoffe seien zudem noch nie an schwangeren Frauen getestet worden.

Erwiesen ist, dass eine Grippeimpfung nicht in jedem Fall schützt, so das Bundesamt für Gesundheit. Die Wirksamkeit beträgt beim gesunden Erwachsenen etwa 55 bis 70 Prozent und nimmt mit dem Alter ab, da das Abwehrsystem schwächer wird. Zudem variiert der Impfschutz von Saison zu Saison und hängt davon ab, wie gut die grassierenden Grippeviren mit jenen im Impfstoff übereinstimmen.

«Die Grippeimpfung schützt nicht vor Grippevirenstämmen, die nicht in der Impfung enthalten sind, und auch nicht vor den harmloseren Erkältungskrankheiten», informiert das BAG auf seiner Internetseite. Wer sich trotzdem gegen Grippe impfen will, muss dies jährlich tun. Denn die Erreger sind extrem wandelbar und verändern sich ständig.