Fähre

Nass war der Start in die neue Saison für die Limmatfähre «Maurizius»

Die Besatzung: Fährmann Urs Leppert mit seinem Sohn Noah.

Die Besatzung: Fährmann Urs Leppert mit seinem Sohn Noah.

Die Limmattaler Zeitung hat die Limmatfähre beim Kloster Fahr auf ihren ersten Fahrten dieser Saison am Karfreitag begleitet. Bei der ersten Fahrt waren nur Männer und Burschen an Bord.

Marco Kohmann und seine Kinder Lars und Paula aus Wollishofen brechen zwischen Hauptspeise und Dessert zu neuen Ufern auf. Auf ihrem Verdauungsspaziergang fanden sie den Weg zur Limmatfähre – jetzt sitzen alle im schwankenden Boot. Fährmann Urs Leppert und sein Sohn Noah begrüssen die Kohmanns auf der ersten Fahrt in dieser Saison.

Steuermann Noah, der gerne schon 13 Jahre alt sein möchte, lässt die Fähre sanft über die Limmat gleiten. Das Flusswasser gurgelt im Metallkörper des Bootes. Die Fähre mit dem Namen «Maurizius» ist ein sogenannter Selbstlenzer. Das bedeutet, dass alles Wasser, das sich im Rumpf des doppelbodigen Bootes ansammelt, automatisch abfliesst und der obere Schiffsboden dadurch immer über der Wasseroberfläche bleibt.

Nach den Kohmanns kommen Marlies Wildi aus Urdorf und die scheue Denise in pinken Gummistiefeln für eine Rundfahrt an Bord. Danach steigt Daniela Strazzeri in die Fähre, sie teilt ihre Trockenfruchtmischung mit der Besatzung. So knabbern Leppert und sein Sohn genüsslich an getrockneten Mangos und Kokosnussstücken, nachdem Geburtstagskind Strazzeri ausgestiegen ist.

Doch an Urs Lepperts Bein klebt immer noch seine nasse Jeans. Der Fährmann ist vor Stunden beim Versuch, einen Stein aus dem Weg zu räumen, ins Wasser gefallen. Jetzt pfeift uns ein kalter Wind um die Ohren. Doch Leppert lässt sich nicht so schnell unterkriegen. Schliesslich ist er seit gut 30 Jahren Mitglied des Schlieremer Wasserfahrvereins und hat schon viel auf der Limmat erlebt. Im Sommer 1999 zum Beispiel sei die Fähre neben dem Flussbeet geschwommen – der Wasserstand sei dermassen hoch gewesen.

Das ist heute anders. Die Limmat führt gerade mal halb so viel Wasser, wie es zu dieser Jahreszeit üblich wäre, schätzt Leppert. Heute könnte man den Fluss wohl zu Fuss durchqueren. «Es hat sehr wenig geregnet in letzter Zeit», erklärt Leppert und vergräbt die Hände tief in den Jackentaschen, als wünschte er sich jene «letzte Zeit» mit den vielen Sonnenstunden zurück.

Der Nieselregen heute weicht später erbarmungslosen grossen Regentropfen. Die Lepperts packen Schwimmwesten, Ruder und Seegras-Sense unter den Arm und machen sich davon. Nächste und letzte Station dieses Ausflugs ist das geheizte Wartehäuschen am Bahnhof Schlieren.

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