Vielseitigkeit und Virtuosität bewiesen die acht jungen Nachwuchsmusikerinnen und -musiker von zwei Quartetten, die am Freitagabend in der Kirche des Klosters Fahr die fünfzehnte Ausgabe der Pfingstkonzerte eröffneten.

Die vier Musikerinnen des Ensembles «Opus 12» begannen den Abend mit dem heiteren Allegro con brio aus Beethovens Streichquartett Nr. 6. Von der Wiener Klassik nahmen Lara Stibal, Pierina Däppen, Mirjam Steinmann und Salome Steinmann die Konzertbesucher danach mit nach Paris. Hier hat Claude Debussy im ausgehenden 19. Jahrhundert mit Anfang dreissig sein Streichquartett in g-moll komponiert.

Die Musikerinnen spielten den zweiten Satz «Assez vif et bien rhythmé». Die Pizzicato-Passagen, bei denen die Saiten mit den Fingern gezupft werden, und die dem Stück einen launischen Charakter verleihen, meisterten die Musikerinnen scheinbar mühelos. Das Quartett «Opus 12» hatten die vier Musikerinnen im Sommer 2016 im Rahmen der Musikkurswochen in Arosa gegründet. Die Preisträgerinnen des Zürcher Musikwettbewerbs traten seither im Fraumünster in Zürich sowie in Stuttgart auf.

Gute Platzierungen

Ebenfalls 2016 in Arosa taten sich Nicolas Flashaar Vidoni, Annouk Brönnimann, Julia Semmler und Adelina Lahr zusammen und gründeten das Quartett «Con Brio». Neben dem zweiten Preis am Finale des Zürcher Musikwettbewerbs gewannen sie im März dieses Jahres bei den Entrada-Ausscheidungen den ersten Preis des Schweizerischen Musikwettbewerbs.
«Con Brio» setzten im Anschluss an «Opus 12» mit Maurice Ravels Streichquartett in F-Dur nahtlos bei Debussy an.

Der damals 28-jährige Ravel nahm sich nämlich Debussys Komposition zum Vorbild, und als sein Streichquartett 1904 bei der Uraufführung für viel Aufregung sorgte, verteidigte Debussy seinen Kollegen inbrünstig. Im Gegensatz zum mitreissenden «Assez vif et bien rhythmé» von Debussy, erklangen mit dem ersten Satz aus Ravels Streichquartett plötzlich sanfte, gar melancholische Töne.

Szenenwechsel von Paris nach Buenos Aires. Mit dem Stück «Four for Tango» des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla brachen die «Con-Brio»-Musiker genüsslich mit den Konventionen der klassischen Musik. Als das Stück gegen Ende immer dramatischere Ebenen erklomm, drang von draussen tiefes Donnergrollen in die Klosterkirche herein.

In den letzten beiden Stücken kehrten «Opus 12» und «Con Brio» nochmals zur Klassik zurück und beendeten den Abend mit Mendelssohns Streichquartett in Es-Dur und Haydns Reiter-Quartett. Nach 45 Minuten ging der Auftritt der Nachwuchskünstler etwas gar früh zu Ende. Der Abend bot nicht nur einen sinnlich-vergnüglichen Einklang ins Pfingstwochenende, sondern auch einen Eindruck vom Talent der Schweizer Nachwuchskünstlerinnen und -künstler.