Jazz-Festival

Nachwuchs-Reporter in Montreux: «Sind Sting über den Weg gelaufen»

Lukas Keller (links) übernahm beim Bloggen die Schreibarbeit und führte die Interviews. Sein Kollege Peter Balicki war für die Filme verantwortlich.

Lukas Keller (links) übernahm beim Bloggen die Schreibarbeit und führte die Interviews. Sein Kollege Peter Balicki war für die Filme verantwortlich.

Die Maturanden Lukas Keller und Peter Balicki haben sich den begehrten Sommerjob von Heineken ergattert. Sie durften vom Jazzfestival in Montreux berichten und trafen dabei auch Stars. Beim Bloggen konnten sie Arbeit mit Spass verbinden.

Peter Balicki, Lukas Keller, haben Sie in Montreux nur mit Prince gefeiert oder auch gearbeitet?

Peter Balicki: Primär haben wir gearbeitet. Wir haben aber nie vergessen, dass die Arbeit auch Spass machen soll. Der Anspruch war jedoch, ein gutes Produkt zu liefern. Wir haben einmal auch bis morgens um 7 Uhr gearbeitet, um die Deadline einzuhalten.

Lukas Keller: Die Konzertbesuche empfand ich nicht als Arbeit. Sie haben mir Spass bereitet. Das Schreiben darüber war dann aber schon Arbeit.

Man kann also sagen, dass Sie nicht nur einen Sommerjob, sondern auch einen Traumjob ergattert haben?

Balicki: Das kann man so sagen.

Keller: Es ist ein super Job. Gleichzeitig ist er aber auch anstrengend und anspruchsvoll.

Können Sie sich vorstellen dereinst im Journalismus tätig zu sein?

Balicki: Ja. Wir haben gutes Feedback von den Verantwortlichen bei Heineken, aber auch von Besuchern für unseren Blog erhalten.

Keller: Auf jeden Fall. Ich denke es ist auch eine gute Referenz, für einen Weltkonzern an einem der bekanntesten Musikfestivals als Reporter gearbeitet zu haben.

Das Montreux Jazzfestival hat eine internationale Ausstrahlung. Was bekommt man davon mit, wenn man dort unterwegs ist?

Balicki: Sehr viel. Es sind Leute aus aller Herren Ländern in Montreux anzutreffen. Das ist sehr spannend.

Keller:Wir durften an einer Führung durch den Backstagebereich teilnehmen. Der Produktionsleiter erklärte uns, dass über 1500 Leute für das Festival arbeiten. Das ist eine eindrückliche Zahl. Und natürlich ist es enorm, wie viele Weltstars man innerhalb kurzer Zeit auf der Bühne bestaunen kann.

Welche Weltstars haben Sie persönlich getroffen?

Balicki: Wir sind Sting hinter der Bühne über den Weg gelaufen. Mehr als kurz Hallo sagen, war es aber nicht. Mit zwei Musikern von Prince konnten wir ein Interview führen. Und auch mit Dieter Meier von Yello.

Waren Sie bei den Interviews nervös?

Balicki: Ja, sehr sogar. Die beiden Prince-Musiker haben wir zufällig getroffen. Wir haben uns spontan entschieden, sie nach einem Gespräch zu fragen. Sie waren sehr zuvorkommend und haben freundlich geantwortet. Ich habe aber trotzdem eine Sicherheitskopie der Aufnahme gemacht, aus Angst sie könnte verloren gehen.

Keller: Ich war vor allem deshalb so nervös, weil das Interview spontan zustande kam. Es wäre anders gewesen, wenn wir uns auf das Gespräch hätten vorbereiten können. Wir standen aber plötzlich neben zwei Musikern, die noch eine halbe Stunde zuvor mit Prince auf der Bühne standen. Das ist gewaltig.

War es für Sie kein Problem, Leute hinter der Bühne spontan anzusprechen?

Keller:Überhaupt nicht. Verboten war es aber, in der Halle zu filmen. Auch als wir Sting trafen, durften wir nicht filmen, weil er seine Ruhe haben wollte. Aber ansonsten ging es sowohl hinter der Bühne als auch auf dem Festgelände locker zu und her.

Welche waren die spannendsten Begegnungen?

Balicki: Meine Favoriten waren eine Gruppe von Prince-Fans aus London, die mit breitem Akzent sprachen. Sie hatten sogar Prince-Tattoos und waren sofort begeistert, als ich sie filmen wollte.

Keller: Am eindrücklichsten war der Rundgang durch den Backstagebereich. Der Produktionsleiter arbeitet bis zu 18 Stunden pro Tag, damit alles funktioniert. Das ist beeindruckend.

Beeindruckend ist auch das Line-up. Neben Prince und Sting besuchten Sie das Kraftwerk- und Deep-Purple-Konzert. Ist das überhaupt Ihre Musik?

Balicki: Ich finde Deep Purple eine gute Band. Auch die Klassiker von Sting mag ich. Prince war für mich völliges Neuland, das ich aber nun entdeckt habe.

Keller: Ich habe von allen Bands schon einige Sachen gekannt. Je länger je mehr höre ich gerne ältere Gruppen. Und die Konzerte in Montreux waren alle super. Wir waren meist die Jüngsten im Saal. Das hat uns aber nichts ausgemacht.

Welche Erfahrungen nehmen Sie von Ihrem Job mit?

Keller: Eine Menge guter Erinnerungen und viele einmalige Erlebnisse. Ich habe Prince dreimal innerhalb von drei Tagen gesehen. Das werde ich so schnell nicht wieder erleben.

Balicki: Ich fand es spannend, jeden Tag ein Video zu drehen. Dadurch habe ich Lust bekommen, später vielleicht im Fernsehbereich zu arbeiten. Die exklusiven Events und die Backstagebegegnungen werde ich natürlich auch nicht vergessen. Das kann man nicht mit Geld aufwiegen.

Apropos exklusive Partys. Was ist dran am Mythos des wild feiernden Rockmusikers?

Balicki: Bei Sting hatte ich nicht den Eindruck, dass es hinter der Bühne besonders wild zu und her ging. Wir sind jedenfalls über keine zerbrochenen Flaschen gestolpert.

Keller: Prince hat an seinen Afterpartys noch vier Stunden zusätzlich gespielt, wie wir gehört haben. Leider waren wir nicht dabei. Nach jedem Konzert sei er mit seiner Crew noch in der Clubhalle aufgetaucht und habe stundenlang gespielt. Das scheint mir doch sehr wild für einen 55-Jährigen.

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