Limmattaler Schiessvereinen

Nachwuchs in den Schiessvereinen — «Das sportliche Schiessen ist ein Wollen»

Die Faszination liegt in der Präzision. Der jährliche Jungschützenkurs wird in allen Vereinen im Limmattal nach wie vor gut besucht.

Die Faszination liegt in der Präzision. Der jährliche Jungschützenkurs wird in allen Vereinen im Limmattal nach wie vor gut besucht.

Nicht alle Schiessvereine in der Region haben Schwierigkeiten Nachwuchs zu finden. Das Problem liegt aber im Übertritt zu den Aktiven.

Ist es wirklich so, dass der Nachwuchs in den Limmattaler Schiessvereinen fehlt? Gab es bei den Jungen einen Rückgang in den vergangenen Jahren? Die Antworten auf diese Fragen beantworten die fünf Präsidenten der Schützenverein Aesch, Birmensdorf, Unterengstringen, Dietikon und Weiningen teilweise sehr unterschiedlich. Manche spüren einen Mitgliederschwund, andere hingegen konnten gerade in jüngster Zeit einen Zuwachs verzeichnen. Wer aber einen Rückgang bei den Jungschützen bestätigen kann, ist Roland Leu, Präsident des Zürcher Bezirksschützenverbandes (BSVZ). Es sei ein Trend, der sich sukzessiv in den letzten Jahren abgezeichnet habe und die Gründe seien vielfältig: «Es hat unter anderem damit zu tun, dass das Schiessen mit negativen Schlagzeilen und den Kriegen auf der Welt in Verbindung gebracht wird. Vergessen geht dabei, dass es sich um eine normale Sporttätigkeit, wie jede andere auch, handelt», sagt er. Der Schiesssport sei nicht mit chlöpfen und ballern zu assoziieren, sondern mit einer Sportart, die vielfältige Anforderungen an den Schützen stelle. «Es braucht Training und man kann sehr viel lernen.» Zudem biete das Schiessen auch eine Chance, um die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern, führt Leu aus.
Für den Nachwuchs werden jährlich Jungschützenkurse angeboten, die jeweils im Februar beginnen. Seit einem Jahr stehen diese bereits Interessenten im Alter von fünfzehn Jahren offen. Bis vor kurzem musste man noch das siebzehnte Lebensjahr erreicht haben. Den Jungkurs hingegen können Mädchen und Jungs bereits mit zehn Jahren besuchen. Diese beiden Kurse sind nicht an eine Vereinsmitgliedschaft gebunden und die Ausrüstung für die Durchführung können die Vereine beim Bund beziehen.

Die Schiessanlagen sind in vielen Gemeinden veraltet

Die Angebote sind in der Regel gut besucht, auch deshalb, weil gewisse Gemeinden im Limmattal zusammenspannen: «Ich kann bestätigen, dass Fusionen als Massnahme gegen den Mitgliederschwund in der ganzen Region Zürich ein Thema sind», sagt Leu. Die Faszination für den Schiesssport liege für ihn in der möglichen Präzision des Schiessens: «Wenn man übt, dann kann man es sehr weit bringen und national sowie international Erfolg haben. Vielen ist gar nicht bewusst, wie erfolgreich die Schweizer Schützen im internationalen Vergleich sind», sagt Leu. Es sei ein Sport für Einzelkämpfer und kein Mannschaftssport. Er selbst sei mit dem Schiesssport seit 1976 verbunden und trainiere junge Schützen in der Kategorie U21 im Pistolenschiessen. Leu thematisiert aber ein weiteres Problem im Schiesssport: «Praktisch alle Anlagen gehören den Gemeinden und nicht den Schützenvereinen. Das bedeutet, dass den Vereinen ein Stück weit die Hände gebunden sind.» Es sei zwar eine Pflicht, die Schützenhäuser in Stand zu halten, damit diese zu Trainingszwecken für das Militär und von der Polizei genutzt werden können. Eine Modernisierung der Schiessanlagen hat in vielen Gemeinden aber keine Priorität: «Die Infrastruktur der meisten Schützenhäuser in der Region ist sehr veraltet.» Es müssten Investitionen getätigt werden.

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Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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