Dietikon
Nachhilfe in Sachen Technik: Jeder kriegt einen Smartphone-Lehrer

Bei einer App werden auch die Profis am «Tablet- und Smartphonekurs» des Seniorenrates nervös.

Darina Schweizer
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Für einen Nachmittag werden Schüler zu Lehrern: Im «Tablet- und Smartphonekurs» zeigen sie den Senioren, wie man die Geräte bedient.

Für einen Nachmittag werden Schüler zu Lehrern: Im «Tablet- und Smartphonekurs» zeigen sie den Senioren, wie man die Geräte bedient.

Darina Schweizer

«Das ist ja wahnsinnig», ruft Ernst Scherrer begeistert, nachdem er die Meteo-App auf seinem Smartphone installiert hat, «wie schnell das auf meinem Handy war!» Jetzt könne er «Dietikon» als Favorit markieren und einen Blick auf das Wetter der Woche werfen, rät ihm die 14-jährige Mayrik Kocahal, die neben ihm im Schulpavillon hinter dem Dietiker Zentralschulhaus sitzt. Sie ist eine der 13 Oberstufenschülerinnen und -schüler aus der Klasse von Markus Zehnder, die den 13 Senioren am gestrigen «Tablet- und Smartphonekurs» des Seniorenrates der Stadt Dietikon erklären, wie die Geräte funktionieren.

Ernst Scherrer Dietikon «Ich habe erst gerade ein Smartphone gekauft, das ich hier gleich einweihen konnte. Mithilfe von Mayrik habe ich eine App installiert, die mir auf Wanderungen Bergnamen nennt. Sie hat es mir toll erklärt.»

Ernst Scherrer Dietikon «Ich habe erst gerade ein Smartphone gekauft, das ich hier gleich einweihen konnte. Mithilfe von Mayrik habe ich eine App installiert, die mir auf Wanderungen Bergnamen nennt. Sie hat es mir toll erklärt.»

Darina Schweizer

Am Nebentisch demonstrieren zwei Schüler gerade Schritt für Schritt, wie man «Google Translate» bedient. Der Senior wirkt noch ein wenig verunsichert. «Wir zeigen es Ihnen nochmals», so der Oberstufenschüler nach dem ersten Durchlauf. Er setzt das um, was sein Lehrer zu Beginn des Kurses betonte: Das Repetieren sei wichtig. Auch sollen sich die Senioren nicht zu viel aufs Mal vornehmen. «Jeder kann festlegen, was er lernen will. Telefonieren, SMS schreiben, Kontakte erfassen, aber auch persönliche Wünsche sind möglich», sagt Susanne Kind vom Seniorenrat.

Lilly Ulm Dietikon «So gut wie heute war ich am letzten Kurs nicht ausgerüstet. Damals hatte mein Smartphone keinen Akku mehr, wie habe ich mich nur geärgert! Zum Glück funktionierte dieses Mal alles und ich habe viel gelernt.»

Lilly Ulm Dietikon «So gut wie heute war ich am letzten Kurs nicht ausgerüstet. Damals hatte mein Smartphone keinen Akku mehr, wie habe ich mich nur geärgert! Zum Glück funktionierte dieses Mal alles und ich habe viel gelernt.»

Darina Schweizer

Scherrer hat sich einen Wunsch auf dem Anmeldungszettel notiert. «Ich hätte gerne ‹Whatsapp› auf meinem Handy. Das soll anscheinend sehr wichtig sein», sagt Scherrer schmunzelnd. «Ja, sicher. Probieren wir es aus», so Mayrik. Plötzlich werden die beiden aber unterbrochen; Scherrers Frau macht einen Testanruf vom Nebenzimmer, wo sie unterrichtet wird. «Viele, die mit ihrem Partner kommen, schätzen es, alleine beraten zu werden», so Kind.

Monica Bamert Dietikon «Mit meinem Smartphone komme ich schon ziemlich gut ‹z’schlag›. Aber diese vielen Einstellungen machten mir noch ein wenig Angst. Ich wollte nicht einfach irgendwo drücken und etwas Falsches einstellen.»  

Monica Bamert Dietikon «Mit meinem Smartphone komme ich schon ziemlich gut ‹z’schlag›. Aber diese vielen Einstellungen machten mir noch ein wenig Angst. Ich wollte nicht einfach irgendwo drücken und etwas Falsches einstellen.»  

Darina Schweizer

Einen «eigenen» Experten zu haben, gefällt auch Scherrer, der schon an Kursen war, an denen jemand vorne stand und Fragen beantwortete. «Einige Dinge wollten gar nicht alle wissen. Eins zu eins beraten zu werden, ist hingegen sehr wertvoll», sagt er. Auch Mayrik berät ihn gerne. «Nur als ich eine App, die Bergnamen anzeigt, nicht kannte, wurde ich nervös», sagt sie. Die Zeit sei aber wie im Fluge vorbeigegangen.