Die Anwohnerschaft am westlichen Stadtrand dürfte sich an den Anblick gewöhnt haben. Seit bald zwei Jahren ragen auf der Wiese zwischen Rebbergstrasse und Egelseestrasse Baugespanne in den Himmel. Gebaut wurde von den ausgesteckten Einfamilienhäusern trotz Bauboom im Limmattal bis heute keines. Grund dafür dürften die hohen Verkaufspreise der geplanten Eigenheime gewesen sein. Nun liegt der Stadt Dietikon ein überarbeitetes Baugesuch für die Wohnzone vor.

Zwei Millionen waren zu viel

Gesuchstellerin ist wie schon vor zwei Jahren die Winterthurer Generalunternehmung Lerch & Partner AG, nachdem sich für die Häuser des Vorgängerprojekts offensichtlich keine Käufer finden liessen. Ende März 2011 hatte Lerch & Partner erstmals eine Bewilligung für den Neubau von neun Einfamilienhäusern mit zwei Unterniveaugaragen erhalten. Doch die «Ninefine» genannte Überbauung scheiterte. Gleichwohl wird das Projekt auf der Homepage der Generalunternehmung immer noch als «in Bau/Planung» befindlich angepriesen. Als Baubeginn ist der Sommer 2012 vermerkt, als Bezugsdatum der Sommer 2013.

Dass sich die Eigenheime an «idyllischer Lage, direkt an der Landwirtschaftszone» nicht verkaufen liessen, dürfte in erster Linie am Preis gelegen haben. Auf einem Zürcher Immobilienportal wurden die 6,5-Zimmer-Häuser des «Ninefine»-Projekts zum Stückpreis von gut zwei Millionen Franken angeboten.

Aus neun mach zwölf

Im zu hohen Preis sieht auch Marcel Häberli, Projektleiter der Erstellerin Lerch & Partner AG, das primäre Kaufhemmnis. Damit zusammenhängend macht er die härter gewordenen Kreditauflagen für die ausbleibende Nachfrage verantwortlich. «Seit Sommer 2012 verlangen Banken bei der Kreditvergabe grundsätzlich mehr Eigenmittel», so Häberli. Käufer hätten darum vermehrt Schwierigkeiten, um an Kredite zum Hauskauf zu kommen.

Das neue Gesuch sieht deshalb auf unveränderter Baufläche 12 statt 9 Einfamilienhäuser vor. Die verkleinerten Häuser werden so billiger – wenn das Projekt bewilligt wird. Fest steht das noch nicht. «Das Bauvorhaben liegt als Baugesuch vor und wird momentan geprüft. Die Bewilligung ist noch nicht erteilt», teilt Hochbauvorsteherin Esther Tonini auf Anfrage mit. Vorübergehend bleibt es für die Anwohnerschaft also bei der Aussicht auf den Stangenwald.