Gefängnisausbruch Limmattal
Nach Wochen im italienischen Gefängnis: Hassan K. ist wieder in der Schweiz

Der verurteilte Sexualstraftäter Hassan K., der im Februar mit der Gefängnisaufseherin Angela M. aus dem Limmattaler Gefängnis flüchtete, ist am Donnerstagmorgen an die Schweiz ausgeliefert worden.

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Nun beide zurück in der Schweiz: Hasasn K. und Angela M.

Nun beide zurück in der Schweiz: Hasasn K. und Angela M.

KEYSTONE

Hassan K. ist zurück in der Schweiz. Sein Pflichtverteidiger Mario Campagna bestätigt dies gegenüber «20 Minuten»: «Heute Morgen um 10.30 Uhr hat der Gefangenentransport mit Hassan K. Bergamo verlassen.» Es sei alles sehr schnell gegangen, zuvor habe ihm das Gefängnis zu verstehen gegeben, dass die Auslieferung diese Woche nicht mehr erfolge.

Der 27-Jährige soll sich bereits in Chiasso befinden und die Nacht vermutlich im Gefängnis La Stampa bei Lugano verbringen. Angela M. wurde noch am Tag ihrer Auslieferung nach Zürich gebracht - für Hassan K. könnte dies morgen der Fall sein.

Magdici im Talk Täglich, 23.Mai 2016 Angela Magdici mit ihrem Verteidiger Urs Huber und Moderator Markus Gilli.
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Angela M. und Hassan K. - was bisher passierte In der Nacht auf Dienstag, 9. Februar, verhalf die Gefängniswärterin Angela M. (32) dem Häftling Hassan K. (27) zur Flucht aus dem Gefängnis Limmattal in Dietikon.
Sie schloss die Türen auf, während ihr Kollege auf Nachtschicht schlief. Und: Bald ist klar, dass Angela M. und Hassan K. ein Liebespaar sind.
Hassan K. kam 2010 in die Schweiz. Er wurde vom Bezirksgericht Dietikon wegen Vergewaltigung einer knapp 16-Jährigen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil er es an das Zürcher Obergericht weiterzieht.
Angela M. ist in Wohlen AG aufgewachsen, trainierte dort Kickboxen. Vor der Flucht lebte sie seit drei Monaten von ihrem Mann getrennt, den sie 2014 geheiratet hatte.
Nach ihrer Flucht wurde bekannt, dass sie mit einem Auto über die Grenze zu Italien geflüchtet waren. Es handelte sich um einen schwarzen BMW X1 mit dem Kennzeichen ZH 528 411.
Am 21. März tauchte eine Video-Botschaft vom M. und K. auf: Die ehemalige Gefängniswärterin entschuldigte sich darin bei ihrer Familie und beteuerte, Kiko sei «der Mann ihres Lebens».
Gott habe sie für seine Flucht gesandt: So äusserte sich Hassan K. im Video über Angela M. Er beteuerte, er sei zu unrecht verurteilt worden und beklagte sich über die Haftumstände.
Gefängnispaar: Hat es das Video verraten? Wochenlang fahndeten die Behörden nach Angela Magdici und Hassan Kiko. Dann veröffentlichen diese eine Videobotschaft – und gaben der Polizei damit entscheidende Hinweise.
In der Nacht auf Karfreitag, 25. März, klickten die Handschellen: Sie und er waren im Bett, als nachts um 3 Uhr Polizisten die Wohnung stürmten. Die Wohnung befand sich in einem Hochhaus in Romano di Lombardia (I), rund 100 Kilometer von der Schweizer Grenze und 60 Kilometer östlich von Mailand entfernt. Angela M. wehrte sich so sehr, dass vier Beamte nötig waren, um sie zu überwältigen.
Seither sitzen sie in einem italienischen Gefängnis. Gemäss ihres Anwalts haben sie ihrer Auslieferung in die Schweiz zugestimmt.
Nach 66 Tagen war Angela M. am Donnerstag, 14. April 2016, zurück in der Schweiz. Bis zur Urteilsverkündung sass sie in Untersuchungshaft. In Chiasso übernahmen Schweizer Polizisten Angela M.

Magdici im Talk Täglich, 23.Mai 2016 Angela Magdici mit ihrem Verteidiger Urs Huber und Moderator Markus Gilli.

Screenshot Tele Züri

Nachdem die Gefängnisaufseherin Angela M. dem verurteilten Sexualstraftäter Hassan K. am 9. Februar zur Flucht aus dem Limmattaler Gefängnis verholfen hatte, blieben die beiden rund zwei Monate unentdeckt. Schliesslich wurden sie am Karfreitagmorgen in einer Wohnung in Romano di Lombardia von einer italienischen Spezialeinheit verhaftet.

Nach fast drei Wochen in getrennten Zellen wurde Angela M. bereits am Donnerstag, 14. April, an die Schweiz ausgeliefert und befindet sich wieder auf freiem Fuss. Der Prozess wegen Befreiung eines Gefangenen und Amtsmissbrauchs könnte ihr nun bald gemacht werden. Bisher war dies nicht möglich, weil Hassan K. erst von der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis befragt werden muss.

Direkten Kontakt hat das Liebespaar seit der Verhaftung keinen mehr gehabt. (sm)