Peter Kner wurde 1939 in der deutschen Stadt Gera (Thüringen) geboren und kam nach dem Krieg nach Hamburg – dank eines Engagements seines Vaters am Schauspielhaus Hamburg. Dort durchlief er die Schulen und absolvierte eine Ausbildung zum Speditions-Kaufmann. «Erst nach dem Tod meines Vaters im Jahr 1957 fand ich den Mut, meinen Wunsch, zum Theater zu gehen, in die Tat umzusetzen. Ich durchlief die Schauspielschule an der staatlichen Musikschule Hamburg und mein Elevenjahr am dortigen Thalia Theater», erzählt Kner, der 1961 für drei Spielzeiten ans Atelier-Theater Bern ging. Dort lernte er seine spätere Frau, die Schauspielerin Ruth Göpner kennen.

Er ging zurück nach Deutschland, wo ihn Engagements in Dortmund, Recklinghausen und Düsseldorf erwarteten. 1969 kam der Schauspieler endgültig in die Schweiz und spielte für zwei Jahre am Theater Neumarkt in Zürich. Hier gründete er zusammen mit Reinhard Spörri die Genossenschaft Theater für den Kanton Zürich, an deren Aufbau er zehn Jahre lang, auch als Regisseur, beteiligt war. Ruth Göpner und er wohnten zu dieser Zeit in Zürich, in einem Mehrfamilienhaus, das der Familie seiner Frau gehörte.

Er liest für die Blinden

«Als das Haus verkauft wurde, hatte ich 1976 das grosse Glück, für uns beide und meine Schwiegermutter ein Haus in Schlieren zu finden», so Kner. Ab 1981 erhielt er an verschiedenen Schweizer Theatern interessante Gastrollen. Hauptsächlich war er als Sprecher diverser Hörspiele sowie Literaturlesungen bei Radio Zürich tätig. Und vom Schweizer Fernsehen wurde er für verschiedene Sendungen als Off-Sprecher eingesetzt. Nach langer, schwerer Krankheit verstarb seine Frau Ruth 1992, und Peter Kner musste einen Weg finden, ohne sie weiterzuleben. Im folgenden Sommer fuhr er nach Hamburg, um an alte Freundschaften wieder anzuknüpfen. Er traf auch Barbara Lehner, mit welcher ihn eine Jugendliebe verband, als beide zwischen 18 und 19 Jahre alt waren. «Barbara hatte es als Schauspielerin nach Wien verschlagen. Wir fanden im Alter noch unser grosses Glück. Vor 17 Jahren haben wir geheiratet», sagt Peter Kner, der inzwischen pensioniert und nur noch sporadisch beim Radio und TV beschäftigt ist. Allerdings liest er, mit viel Freude, weiterhin für die Blindenhörbücherei SBS.

Mit dem Jazz-Gitarristen Dani Solimine konnte er ein Tucholsky-Programm erarbeiten, mit dem er bereits in Schlieren und Unterengstringen aufgetreten ist. In Vorbereitung ist jetzt auch ein Morgenstern-und-Ringelnatz-Programm, das am 22. Oktober in der Bibliothek Unterengstringen aufgeführt wird.

Er schwimmt gern in der Limmat

Flussschwimmen ist eine weitere Leidenschaft des 79-Jährigen. Im Berner Marzilibad, in der Aare, hatte 1961 alles begonnen. «Als ich 1976 nach Schlieren zog, schaffte ich mir sofort einen Hund an, mit dem ich natürlich kein Schwimmbad betreten durfte. Dann entdeckte ich die Limmat beim Kloster Fahr. Hier sind mein Vierbeiner und ich über Jahre zusammen geschwommen», sagt der Schauspieler, der mittlerweile herausgefunden hat, dass man in Oetwil, bei Niedrigwasser, besser schwimmen kann, weil die Limmat, durch die Staustufe bei Wettingen, hier ruhiger fliesst und auch tiefer ist. Es freue ihn natürlich auch, mit Schwimmkolleginnen und -kollegen wie Brigitte Geyer aus Oetwil die Limmat hinabzutreiben, verrät er.