Unterengstringen

Nach Sturz mit dem Sohn in Limmat: Mutter bringt Kind in U-Haft zur Welt

Nun wird sie aus der Untersuchungshaft entlassen

In der Nähe des Klosters Fahr stürzte die Frau mit ihrem Sohn in die Limmat (Symbolbild).JPG

Nun wird sie aus der Untersuchungshaft entlassen

Vor einem Monat stürzte eine Frau mit ihrem 4-jährigen Sohn in die Limmat beim Kloster Fahr. Beide blieben unverletzt, dennoch wurde die Mutter in Untersuchungshaft genommen. Letzte Woche stellte sich überraschend heraus: Die Frau war hochschwanger.

Seit dem Zwischenfall dauern die Untersuchungen gegen die in der Schweiz aufgewachsene Kosovarin (24) an. Laut der «NZZ» werde ihr von der Staatsanwältin vorgeworfen, der Sturz sei kein Unfall gewesen, sondern möglicherweise ein Versuch, ihren Sohn zu töten. Vorstellbar sei auch ein erweiterter Suizidversuch. Bis heute fehlen Zeugen, die den Sturz beobachtet haben. Die Untersuchungshaft sei auf den 17. April begrenzt worden.

Bei einer Einvernehmung letzten Donnerstag haben bei der jungen Frau plötzlich die Wehen eingesetzt. Rechtsanwältin Ganden Tethong habe die Behörden erst am Vortag über die Schwangerschaft informiert. Ihre Mandantin habe gewünscht, dass die Behörden nicht von der Schwangerschaft erfahren, damit keine falschen Schlüsse gezogen werden, etwa, dass sie das ungeborene Kind habe töten wollen.

In der Maternité des Spitals Triemli habe die Frau schliesslich einen weiteren Knaben zur Welt gebracht. In der Nacht sei sie bewacht und am Fuss ans Spitalbett gefesselt worden, um einem Flucht- oder Suizidversuch zuvorzukommen. Am nächsten Morgen sei die Frau bereits wieder ins Gefängnis überführt worden.

Die Verteidigung bemängle die strengen Überwachungsmassnahmen, insbesondere, da die Psychiatrische Universitätsklinik die Frau als «nicht-suizidgefährdet» eingestuft habe, schreibt die «NZZ». Zudem sei der Antrag auf Untersuchungshaft nicht aufgrund von Flucht- oder Suizidgefahr erfolgt, sondern wegen einer möglichen Absprache mit Zeugen. Erst später seien die Gefahren von Flucht oder Suizid von der Staatsanwalt eingebracht worden.

Das Neugeborene leide unter einem Atemnotsyndrom und bleibt noch unter Beobachtung. Die Mutter stehe in Kontakt mit der Hebamme und erhalte die Möglichkeit, ihr Kind zu besuchen. Wie es in dem Fall nun weitergeht, ist noch offen. (fwa)

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