Lenzerheide
Nach Schlittelunfall: Eltern und Schule Dietikon fordern ein Helmobligatorium

In der Lenzerheide verunfallten am Montag vier Sek-Schülerinnen aus Dietikon. Eine 14-Jährige erlitt schwere Kopfverletzungen und musste ins Spital gebracht werden. Ihre Eltern fordern nun eine Helmpflicht. Die Schule Dietikon unterstützt dieses Begehren.

Sandra Meier
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Die Eltern der Verunfallten fordern nun die Einführung einer Helmpflicht beim Schlitteln. (Symbolbild)

Die Eltern der Verunfallten fordern nun die Einführung einer Helmpflicht beim Schlitteln. (Symbolbild)

Keystone

Am Montag kamen vier Schülerinnen der Sekundarschule Dietikon bei einem Schlittelausflug vom Schlittelweg Scharmoin-Canols in der Lenzerheide ab. Sie übersahen das Schild «Schlitteln verboten» und verirrten sich so auf die steile Skipiste Valbella-Parpan.

«Ich bin immer schneller geworden und habe die Kontrolle verloren», sagte die verunfallte Laura zum «Blick». Die Horrorabfahrt endete damit, dass Laura mit dem Kopf in einen Baumstrunk und Stein prallte und sich schwer verletzte. Eine Blutlache habe sich im Schnee gebildet und die schwer verletzte Schülerin sei hilflos am Boden liegen geblieben. Sie habe immer wieder um Hilfe geschrien, bis schliesslich zwei Skifahrer die Verunfallte entdeckten und sofort den Notruf alarmierten.

Die Rega flog die Verletzte ins Kantonsspital nach Chur. Gemäss dem «Blick» muss sie dort noch mindestens eine Woche bleiben und weitere drei Monate abwarten, bis sie wieder ganz gesund ist. Ein Stützkorsett hilft Laura dabei, aufrecht zu sitzen. Fünf ihrer Wirbel sind gequetscht, einer sogar gebrochen. Ausserdem ziert nun eine 20 Zentimeter lange Narbe ihre Stirn.

Eltern fordern Helmpflicht

Lauras Eltern zeigen sich gegenüber «Blick» schockiert über den Unfall. Die Lehrer hätten fahrlässig gehandelt. Einerseits liessen sie die Schüler auf sich selbst gestellt, andererseits hatten sie keines der Kinder angewiesen, einen Helm zu tragen.

Die Eltern sind überzeugt, dass eine Helmpflicht nicht nur beim Snowboarden und Skifahren, sondern auch beim Schlitteln eingeführt werden muss. Für die Kinder hätte das tödlich enden können. Auch, dass die Lehrer die Schüler alleine liessen - selbst als Laura ins Spital geflogen wurde, war kein Lehrer anwesend - erzürnt die Eltern, denn sie hätten erst Stunden später von dem Unfall erfahren.

Auch Schule Dietikon will sich für Helmpflicht stark machen

Gerold Schoch, Leiter der Schulabteilung Dietikon, meinte auf Anfrage, der Ausflug sei keineswegs unbeaufsichtigt gewesen. «Wir verfolgten eine klare Aufsichtsregelung, die nach einer Art Rotationsprinzip verläuft.» Vier Lehrer schlittelten in Intervallen mit den Schülern die Piste hinab und fuhren mit der Bahn wieder hoch. So waren Aufsichtspersonen in regelmässigen Abständen zur Stelle.

«Es wäre schlicht zu gefährlich gewesen, jedem Schüler so nah aufzufahren, um sie ständig unter Kontrolle zu haben.», stellt Schoch klar. Bereits vor dem verhängnisvollen Schlitteltag hätten die Schüler klare Instruktionen bekommen, nicht von der Schlittelpiste abzuweichen.

Die Forderung einer Helmpflicht findet Gerold Schoch sinnvoll: «In Anbetracht der Umstände wollen wir uns für ein Helmobligatorium stark machen und werden restriktive Massnahmen ergreifen, sollte sich ein Schüler weigern.»

Denn die Sicherheit müsse unbedingt gewährleistet sein. «Wir sind bestürzt und bedauern den tragischen Vorfall sehr. Jeder Unfall ist einer zu viel.», meint Schoch abschliessend.