Unterengstringen

Nach Kellerbrand in Unterengstringen sind 18 Personen im Spital

Nach dem Brand im Keller eines Mehrfamilienhauses in Unterengstringen sind am Dienstagabend 18 Personen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen ins Spital gebracht worden. Das Feuer konnte rasch gelöscht werden.

«Ich war so durcheinander, dass ich mich auf meinem Handy immer wieder vertippt habe», erinnert sich Vreni Müller (Name geändert) an den Dienstagabend. Müller ist Bewohnerin des Mehrfamilienhauses an der Weiningerstrasse in Unterengstringen, in dem vorgestern im Keller ein Brand ausgebrochen war.

Insgesamt 18 Personen mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung durch die Ambulanz ins Spital gefahren werden. Die Ursache des Feuers ist zurzeit nicht bekannt und wird durch den Brandermittlungsdienst der Kantonspolizei Zürich untersucht.

Laut Kantonspolizei stellte ein Bewohner um 20.20 Uhr im Treppenhaus eine starke Rauchentwicklung fest und alarmierte die Rettungskräfte. Die Feuerwehren Ober- und Unterengstringen sowie Weiningen rückten mit einem Grossaufgebot von 46 Personen aus. Sie evakuierten 19 Personen und hatten den in Kellerbrand rand rasch unter Kontrolle.

Offiziersübung wurde zum Noteinsatz

Dabei half unter anderem auch der Zeitpunkt des Alarmeingangs. Wie der Zufall es wollte, fand zu dieser Zeit im Feuerwehrdepot Oberengstringen eine Offiziersübung der drei Feuerwehren statt. «Wir konnten nach der Alarmierung gemeinsam ausrücken», sagt Daniel Schwab, Kommandant der Feuerwehr Unterengstringen und am Dienstagabend Einsatzleiter.

Das habe die Aufgabe erleichtert. Allerdings sei man durch die günstige Konstellation wohl nur minim schneller am Schadensplatz eingetroffen, da man von Oberengstringen etwas länger zum Unfallort brauche als vom Depot Unterengstringen.

Auch sonst, so Schwab, sei der Brand feuerwehrtechnisch nicht sehr anspruchsvoll gewesen. «Mit Kellerbränden hat man öfters zu tun. Mühsam ist die grosse Hitze. Zudem gab es kleinere Explosionen, die durch Spraydosen verursacht wurden», hält er fest. Da das Haus beim Eintreffen der Feuerwehr noch unter Strom stand, habe man es zuerst vom Netz nehmen müssen.

«Anspruchsvoller war die dagegen die Koordination der verschiedenen Rettungskräfte», sagt Schwab. Insgesamt seien elf Kinder und sieben Erwachsene ins Spital gebracht worden. «Wegen der grossen Anzahl an Personen, die wir evakuieren und die Sanität mit Verdacht auf Rauchvergiftung versorgen mussten, wurde die Grossraumambulanz und mehre Rettungswagen aufgeboten», so Schwab.

Notunterkunft organisiert

Um den Einsatzort zu sichern, wurde die Weiningerstrasse zwischen Hönggerstrasse und Zürcherstrasse für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Busse der ZVV wurden durch Unterengstringen umgeleitet.

Trotz des schnellen Eingreifens der Feuerwehr brannte das betroffene Kellerabteil komplett aus und im ganzen Haus entstanden Russ- und Rauchschäden, hält die Kantonspolizei weiter fest. Die Schadenhöhe betrage mehrere 10 000 Franken.

Gemäss Auskunft des Gemeindeschreibers sind derzeit noch nicht alle Wohnungen bewohnbar. Die 18 in verschiedene Spitäler gefahrenen Personen seien gestern Nachmittag zurückgekehrt und würden zurzeit durch die Gemeinde betreut. Ein Teil von ihnen hätten gegen Abend ihre Wohnungen beziehen können.

Für die anderen sei eine Notunterkunft organisiert worden oder sie hätten bei Freunden oder Verwandten untergebracht werden können. Man hoffe, dass nach den notwendigen Reinigungsarbeiten die derzeit nicht bewohnbaren Wohnungen in zwei Tagen wieder bezugsbereit seien. In erster Linie sei man aber dankbar, dass keine Personen zu Schaden gekommen seien.

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