Uitikon
Nach gestopptem Projekt: Neuer Waldeggplatz kostet eine Million Franken

Nachdem das ursprüngliche Projekt für die Gestaltung des Waldeggplatzes aus Kostengründen verworfen wurde, befindet die Gemeindeversammlung nun über einen neuen Gestaltungsvorschlag.

Alex Rudolf
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So könnte der Waldeggplatz ab kommendem Frühling aussehen. Wie der Teich genau aussehen soll, wird erst im Detailprojekt geklärt.

So könnte der Waldeggplatz ab kommendem Frühling aussehen. Wie der Teich genau aussehen soll, wird erst im Detailprojekt geklärt.

Limmattaler Zeitung

Die Wohnbauten im Quartier Leuen-Waldegg sind noch von Gerüsten umhüllt, doch ist das Ausmass der Gemeindeerweiterung schon längst ersichtlich. Um zwischen 700 und 800 Personen soll Uitikon hier wachsen. Nahe der Zürcherstrasse will die Gemeinde mit dem Waldeggplatz einen Eingang zum Quartier erstellen. Die Gemeindeversammlung von Mittwochabend wird das neue Projekt vorberaten – dieses kommt am 23. September an die Urne. Das eigentliche Projekt wurde wegen zu hoher Kosten verworfen.

Der Gemeinderat möchte das neue Projekt «Tribüne» erstellen lassen, das von der hauseigenen Tiefbauabteilung gemeinsam mit dem Ingenieurunternehmen EWP AG entworfen wurde. In der Weisung wird die Gestaltung als «zeitlos» und «hochwertig» gepriesen. Das Projekt auf dem abfallenden Gelände besteht aus einer unteren Ebene auf Höhe Panoramaweg und aus einer oberen Ebene auf dem Niveau der Leuengasse. Durch diese Gestaltung werde der Platz vergrössert und damit auch die Nutzungsmöglichkeiten erweitert.

Der Platz solle minimal möbliert werden, um eine flexible Nutzung und temporäre Elemente zu ermöglichen, so die Gemeinde. Verbunden werden die beiden Ebenen durch eine Treppe, oder eben eine Tribüne mit acht bis zehn Metern Breite. Diese sollen auch als Sitzgelegenheit mit Blick ins Grüne einladen. Auf 1200 Quadratmetern ist Belag geplant und 1500 Quadratmeter Grünfläche sollen erstellt werden. Ergänzt wird der Platz mit vier bis fünf Kandelaber, rund 15 Bäumen und Mobiliar wie Sitzbänke sowie einem Teich. Dessen Grösse und detaillierte Ausgestaltung wurde im Vorprojekt noch nicht definiert. Dies sei Gegenstand des Detailprojekts, heisst es vonseiten der Exekutive.

Einsparungen durch Synergien

Die jährlichen Folgekosten für diesen neuen Platz beziffert der Gemeinderat auf lediglich 15'000 Franken. Aktuell befindet sich das Stück Land mit Namen «Baufeld C» im Finanzvermögen der Gemeinde. Weil es nach dem Bau des Platzes einer öffentlichen Nutzung zugeführt wird, muss es ins Verwaltungsvermögen umgebucht werden. Das kommt einer Ausgabe von 2 Millionen Franken gleich, wie der Gemeinderat schreibt.

Nach der Urnenabstimmung vom 23. September plant der Gemeinderat sogleich die Umsetzung. Denn: Durch Synergien mit den aktuellen Bauarbeiten lassen sich über 100'000 Franken einsparen. Im Frühjahr 2019 soll der neue Platz vollendet sein.
Für die Exekutive steht fest: «Ein Brachliegenlassen des Baufeldes C im heutigen Zustand als abfallendes Terrain würde die Entstehung eines Platzes mit der darauf erwünschten öffentlichen Nutzung verunmöglichen.» Eine starke Abwertung des Quartier-Auftaktes sei die Folge. Die Rechnungsprüfungskommission sieht dies gleich und empfiehlt der Gemeindeversammlung ein Ja zur Vorlage.

Die Kosten für die Realisierung der «Tribüne» belaufen sich auf knapp 900'000 Franken. Das ist merklich weniger, als das Vorgängerprojekt «Bucato» gekostet hätte. Im vergangenen Februar gab Hochbauvorsteherin Susanne Bereuter (parteilos) bekannt, dass das aus einem Projektwettbewerb von Mitte 2017 erkorene Platzprojekt «Bucato» doch nicht realisiert werde. Grund dafür seien die Preisvorstellungen von Gemeinde und Architekten gewesen. Für die Parkier-Galerie auf der unteren und einen Pavillon mit Aufenthaltsbereich auf der oberen Ebene wurden erst 4,7 Millionen Erstellungskosten veranschlagt, wie Bereuter erklärte. Nach Interventionen der Gemeinde wurden diese auf 3,6 Millionen Franken heruntergeschraubt. Die Gemeinde hingegen war jedoch nicht gewillt, mehr als 2,6 Millionen Franken auszugeben, woraufhin die Planung gestoppt wurde. 114'000 Franken hatte der Wettbewerb bis dahin gekostet.

Auch über diese Geschäfte wird befunden

- Die Rechnung der Gemeinde Uitikon schliesst mit einem Minus von 270 000 Franken, was gegenüber dem Budget rund 860 000 Franken schlechter ist. Hauptgrund dafür sind die um 1,8 Millionen Franken geringer ausgefallenen Steuererträge. Die Rechnungsprüfungskommission empfiehlt, die Rechnung zu genehmigen.

- Im Rahmen der Einführung des harmonisierten Rechnungsmodells (HRM2) Anfang 2019 und dem damit einhergehenden neuen Umgang mit dem Verwaltungsvermögen spricht sich der Gemeinderat für den Verzicht einer Neubewertung aus. Die RPK stützt diesen Antrag.

- Am 23. September befinden die Uitikerinnen und Uitiker über die Totalrevision der Gemeindeordnung. Diese wurde aufgrund des Inkrafttretens des neuen Gemeindegesetztes per Anfang 2019 notwendig.

- Für die Amtsdauer 2018 bis 2022 wählt die Versammlung ein Wahlbüro. 17 Personen lassen sich zur Wahl dafür aufstellen. Die Exekutive empfiehlt alle zur Wahl.

- Die Siedlungsentwässerungsverordnung des Zweckverbands Kläranlage Birmensdorf wurde totalrevidiert. Mit dieser stünden kommunale Regelungen nun mit der übergeordneten Gesetzgebung im Einklang, so der Gemeinderat.

- Die Leistungsvereinbarung mit der Genossenschaft im Spilhöfler (GSU) für Spitex-Leistungen stammt aus dem Jahr 2001 und entspricht nicht mehr den heutigen Standards. Mit der neuen Version kann die GSU eine Reserve bilden und zudem wurden die Leistungen genauer definiert.

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