Fabienne Moser-Frei, parteilose Bezirksrichter-Kandidatin, zeigte sich am Montag erleichtert. «Ich habe die Publikationen erhofft, wusste aber bis zum Blick in die Zeitungen heute Morgen nicht, ob sie auch abgedruckt sind.» Moser-Frei, die zur Wahl als zusätzliches Mitglied des Bezirksgerichts Dietikon am 24. September antritt, hatte am vergangenen Mittwoch Stimmrechtsbeschwerde beim Regierungsrat gegen den Bezirksrat als wahlleitende Behörde eingereicht.

Dies weil im Beiblatt zu den Wahlunterlagen im Gegensatz zu ihrem Mitbewerber Tobias Walthert ihr Beruf «Rechtsanwältin» fehlt. Sein Beruf wird mit «Ersatzrichter» korrekt benannt. Walthert ist der Kandidat, auf den sich die Interparteiliche Konferenz geeinigt hat. Der 38-jähriger Oberrieder gehört der GLP an, der nach dem Parteienproporz dieser Richtersitz zusteht. Die 37-jährige Limmattalerin befürchtete eine Benachteiligung und forderte die «Heilung»: Entweder durch Publikation der korrigierten Beiblatt-Fassung in der Limmattaler Zeitung, dem «Tages-Anzeiger» und der «Neuen Zürcher Zeitung» bis zum gestrigen Montag oder eine Verschiebung der Wahl. Sie hatte letzte Woche keinen Zweifel daran gelassen, dass sie die Publikation präferieren würde.

Mit der Veröffentlichung des korrigierten Beiblattes ist der Rekurs für Moser-Frei «abgehakt». «Ich bin froh, dass das schnell durch ist, und wir uns wieder auf den Wahlkampf konzentrieren können.» Sollte sie verlieren, werde es hoffentlich nicht wegen dieses Fehlers sein, meinte sie am Montag auf Nachfrage.

Die Fehlerursache dafür, dass ihre Berufsbezeichnung ohne die Angabe «Rechtsanwältin» erfolgte, sei ein «redaktionelles Versehen» gewesen, so Bezirksratsschreiber Stephen Bosshard. Die beiden vorherigen Amtsblatt-Veröffentlichungen der Wahlvorschläge waren allerdings noch vollständig. Weitere Nachforschungen hält Moser-Frei für «nicht relevant», jetzt, da die Ungleichbehandlung – soweit überhaupt noch möglich – berichtigt ist. Wichtig war ihr die Feststellung, dass der Rekurs keinen Nachteil für den Mitbewerber zur Folge haben konnte. «Das wäre nicht meine Absicht gewesen.» Sie hat am Wochenende einige Rückmeldungen zum Rekurs erhalten. Sehr viele seien positiv gewesen. Manche Leute hätten es als seltsam empfunden, dass der Fehler bei einer Frau und zudem einer Parteilosen passiert sei. Es habe aber auch einige negative Resonanzen gegeben.

Mit den Zeitungsinseraten ist der Bezirksrat eigenständig aktiv geworden. Der Regierungsrat hatte ihn am Freitag zunächst zu einer Stellungnahme eingeladen. Die wird aber wohl nur noch zu den Akten gelegt. Die zügige Reaktion erklärt Bosshard damit, dass der Bezirksrat auf keinen Fall den Wahltermin gefährden wollte. Die Kosten für die Zeitungsanzeigen beziffert er auf «im niedrigen vierstelligen Bereich».