Dietikon
Nach einer Scheinehe droht ausgebürgertem Afrikaner nun die Ausschaffung

Ein aus Angola stammender Schweizer wurde nach der Scheidung von seiner erheblich älteren Ehefrau ausgebürgert. Nun wurde er wegen rechtswidrigen Aufenthaltes zu einer unbedingten Geldstrafe verurteilt. Zudem droht ihm jetzt die Ausschaffung.

Attila Szenogrady
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Dem Afrikaner droht die Ausschaffung

Dem Afrikaner droht die Ausschaffung

Keystone

Er sei immer noch ein Schweizer und wolle es bleiben, erklärte der heute 50-jährige Beschuldigte kürzlich vor dem Bezirksgericht Dietikon. Allerdings ohne Erfolg. Wie das Gericht nun mitteilte, hat es den aus Angola stammenden Afrikaner wegen rechtswidrigen Aufenthaltes, Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung, Sachbeschädigung, Hinderung einer Amtshandlung sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte zu einer unbedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu 10 Franken verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar eine Freiheitsstrafe von neun Monaten unbedingt gefordert. Der Verteidiger vergebens einen Freispruch.

Nach Scheidung ausgebürgert

Der heute in Dietikon wohnhafte Beschuldigte hatte sich 1998 mittels einer Heirat mit einer erheblich älteren Schweizerin nicht nur den Aufenthalt gesichert, sondern auch die Schweizer Staatsangehörigkeit erhalten. Die Lage änderte sich, als die Seniorin aus der Region Winterthur Mitte 2007 die Scheidung einreichte und auch durchsetzte. Dies hatte erheblichen Folgen für den Beschuldigten. So verzeigte ihn der Gemeindepräsident wegen einer angeblichen Scheinehe. Daraufhin entzogen ihm die Behörden die Schweizer Staatsbürgerschaft. Im September 2012 hob das Migrationsamt auch die Niederlassungsbewilligung auf und forderte den SBB-Angestellten auf, die Schweiz zu verlassen.

Nachdem er die Aufforderung wegen einer neuen Familie mit zwei Kindern wiederholt ignoriert hatte, wurde er im letzten Februar von der Polizei festgenommen und im Bezirksgefängnis Dietikon untergebracht. Dort verlegt er sich auf einen unappetitlichen Protest. So verrichtete er seine Notdurft absichtlich in der Zelle und beschmierte mit dem Kot nicht nur die Wände, sondern auch seinen Kopf und ganzen Körper. Mehrere Polizeibeamte mussten danach mit Gasmasken, Handschuhen und Schutzanzügen den völlig verschmutzten Gefangenen in Decken gewickelt in den Shuttle-Bus tragen und nach Zürich fahren. Dabei setzte sich der Beschuldigte mit Fusstritten gegen seinen Abtransport zur Wehr.

Ausschaffung droht

Gemäss den Angaben seiner Schweizer Ex-Frau wurde der Beschuldigte nach dem Urteil aus dem Gefängnis entlassen. Allerdings soll ihm weiter die Ausschaffung drohen. Da er aber keine gültigen afrikanischen Papiere hat, könnte es gemäss den Angaben seines Anwaltes erhebliche Probleme bei einer allfälligen Ausreise geben.