Jede zweite Person, die aus Dietikon wegzieht, kann sich eine Rückkehr vorstellen. Das ergab die Wegzugsbefragung 2012 des Statistischen Amts des Kantons Zürich, an der sich in Dietikon 330 Haushalte beteiligt haben.

Das Resultat ist vor allem erfreulich, wenn man es mit der Auswertung der Wegzugsbefragung aus dem Jahr 2009 vergleicht. Damals gaben bloss 33 Prozent der Wegzüger an, dass sie sich vorstellen könnten, wieder nach Dietikon zurückzukommen.

Blick zurück ist positiver als 2009

Generell fällt auf, dass die Personen, die Dietikon letztes Jahr den Rücken gekehrt haben, positiver auf ihren ehemaligen Wohnort zurückblicken, als es die Wegzüger im Jahr 2009 taten (siehe Grafik). So beurteilten in der aktuellsten Befragung rückblickend 57 Prozent der Personen Privatleben und Freizeit in Dietikon positiv, während es 2009 bloss 49 Prozent gewesen waren. Zudem bezeichneten im Jahr 2012 44 Prozent Dietikon als «idealen Wohnort». 2009 waren es 41 Prozent gewesen.

Stadtpräsident fühlt sich bestätigt

Aus Sicht der Stadt erfreulich ist auch, dass Wegziehende Dietikon generell wohlwollender betrachten als Zuziehende. Dies zumindest legt ein Vergleich der Zuzugsbefragung 2011 und der Wegzugsbefragung 2012 nahe. Dabei mussten beide Gruppen Aspekte wie Sauberkeit, kulturelles Angebot, Naturnähe, Image oder Schulangebot bewerten. In fast allen Bereichen fällt die Beurteilung bei der Abreise besser aus als bei der Ankunft. Das freut Stadtpräsident Otto Müller: «Die Ergebnisse sind erfreulich und bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Im Vergleich mit den 13 anderen Gemeinden, die sich am Projekt Wegzugsbefragung beteiligt haben – mit dabei waren zum Beispiel Wallisellen, Bülach, Opfikon oder Wald – schneidet Dietikon aber nicht überall so erfreulich ab. So wurde in keiner anderen Gemeinde die allgemeine Zufriedenheit beim Wegzug so tief wie in Dietikon eingeschätzt. Ebenfalls auf dem letzten Platz landet Dietikon im Bereich Sozialstruktur, Sauberkeit und Sicherheit.

Das beunruhigt Stadtpräsident Müller aber nicht. Er messe dem nicht allzu viel Gewicht bei, sagt er. Denn: «Es ist fast unmöglich, Gemeinden miteinander zu vergleichen.» Was wirklich wichtig sei, sei die Entwicklung Dietikons – und diese sei positiv.

Dietikon ist praktisch

Zudem habe man herausgefunden, dass «weiche Faktoren» wie soziales Wohlbefinden für die Beurteilung der Zufriedenheit wichtiger seien als «harte Faktoren» wie Verkehrsanbindung oder Angebot, so Müller.

Gerade im zweiten Bereich punktet Dietikon aber vor allem. Das bestätigt Thomas Winkelmann, der die Umfrage als Leiter der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung betreute: «Nach Dietikon zieht man, weil es praktisch ist.»

Tatsächlich wurden Lage und Erreichbarkeit als Dietikons grösste Stärke beurteilt: 97 Prozent der Wegzüger bewerteten das Strassennetz positiv, 95 Prozent den öffentlichen Verkehr, 85 Prozent die Naturnähe. Auch die Sauberkeit schnitt mit 79 Prozent gut ab, die Sicherheit brachte es zumindest auf 66 Prozent.