Das war eine klare Sache: Mit 84 Prozent in Weiningen und 83 Prozent in Geroldswil sagte das Volk am Sonntag Ja zum Projekt einer zeitgemässen Entwässerung der Fahrweid. Wer das deutliche Resultat verstehen will, muss nur an den Info-Anlass im August zurückdenken. «Dafür zahlen wir doch Steuern, dass die Kanalisation funktioniert», sagte damals ein Bürger im Quartierzentrum Föhrewäldli in der Weininger Fahrweid.

Bis heute funktioniert die Kanalisation in der Fahrweid aber nicht immer. Vor allem bei starkem Regen respektive Hochwasser dringt Abwasser aus den Schächten, zum Teil auch in die Keller mancher Liegenschaften. Grund dafür sind Rückstaus. Nun kann dem ein Ende gesetzt werden: Dank der 2,08 Millionen Franken aus Geroldswil, den 4,42 Millionen Franken aus Weiningen sowie 4,7 Millionen Franken von der interkommunalen Anstalt Limeco, die die Abwasserreinigungsanlage in Dietikon betreibt. Gesamthaft schlägt das Projekt mit 11,2 Millionen Franken zu Buche.

Gemeindepräsident ist begeistert

Michael Deplazes, Gemeindepräsident (parteilos) von Geroldswil, hat zwar ein deutliches Ja erwartet – der «überwältigende» Ja-Anteil hat ihn aber sehr überrascht, wie er gestern auf Anfrage sagte. Deplazes ist begeistert von diesem Resultat. «Der Entscheid ist ein wunderschönes Zeichen der Solidarität mit der Fahrweid», sagt er. Eine Solidarität, die in dieser Deutlichkeit nicht ganz selbstverständlich ist: Denn Sticheleien zwischen «denen da unten» in der Fahrweid und «denen da oben» im Dorf gibt es schliesslich einige.

Dessen ist sich auch Deplazes bewusst. «Aber am Schluss geht es immer um die Sache und die war klar: Die Gemeinde muss ihre Einwohner vor Hochwasser schützen. Das hat das Volk nun bestätigt», sagt er. Auch im Gespräch mit den Einwohnern von Geroldswil habe er die Solidarität mit der Fahrweid immer wieder gespürt. «Man ist sich der Probleme bewusst, mit der die Fahrweid zu kämpfen hat, für die sie aber gar nichts kann», so Deplazes. Schuld am nicht mehr einwandfreien Funktionieren der Kanalisation war vielmehr deren Alter und die zu kleine Kapazität.

So werden insbesondere die Limeco-Millionen dafür eingesetzt, das Pumpwerk Länggenbach massiv auszubauen: von 800 Litern pro Sekunde auf über 3000 Liter pro Sekunde. Hierfür werden dort zwei weitere Schneckenpumpen eingebaut. So wird das Pumpwerk nach dem Ausbau das Abwasser schnell genug in die Abwasserreinigungsanlage in Dietikon pumpen können, auf dass in der Fahrweid keine Rückstaus mehr entstehen.

Baustart im Sommer 2018

Unter den Schäden, die wegen der veralteten und zu kleinen Kanalisation zuweilen entstanden sind, hatten auch die Versicherungen gelitten – sie begannen bei der Gemeinde Druck zu machen, dass endlich etwas geschieht. Auch in dieser Hinsicht dürfte sich die Situation nun entspannen.

Bis die Kanalisation fertig erneuert ist, dauert es noch ein Weilchen: Im Sommer 2018 sollen die Bauarbeiten starten. Ein Teil des Millionenbeitrags ist denn auch schon im Geroldswiler Budget 2018 enthalten, wie Deplazes bestätigt. Der Ausbau des Pumpwerks Länggenbach soll bis 2019 vollendet sein. Bis 2020 wird auch der Ausbau der Kanalisationsleitungen in der Fahrweid fertig. Gleichzeitig wird die Limeco ihr Regiowärmenetz in der Fahrweid ausbauen.

Die öffentliche Ausschreibung der Aufträge sowohl der Ingenieurleistungen für den Kanalisationsausbau als auch jene der Ingenieurleistungen für den Pumpwerkausbau ist von 4. August bis 8. September bereits gelaufen. Man ist bisher also bestens im Zeitplan.