Dass auf dem Schild am Gebäude gleich hinter dem Dietiker Bahnhof noch immer «Atelier 23» steht, ist nicht etwa ein Versäumnis. Nein: Das Brockenhaus wird seinen Namen beibehalten, obwohl der Verein Atelier 23 im Frühling aufgelöst wird und der Betrieb seit Anfang Jahr von der Sozialfirma Dock Limmattal geführt wird. Diese beschäftigt seit eineinhalb Jahren im Dietiker Industriegebiet Silbern ausgesteuerte Langzeitarbeitslose im Bereich Recycling und Industrieaufträge.

Name muss bleiben

«Es war klar, dass der Name bleiben soll», sagt Sozialvorstand Johannes Felber, der offiziell noch wenige Monate Präsident des Vereins Atelier 23 ist. «Er ist ein Wert.» Wer vom «Atelier 23» eine Leistung beziehen will, muss sich auch sonst nicht umgewöhnen, wie Felber betont: «Für den Kunden ändert sich nichts.» Nach wie vor biete das Atelier 23 die gleiche Palette an Leistungen an: Hausräumungen, Entsorgung, Kleinreparaturen von Möbeln und Gegenständen sowie der Betrieb des Brockenhauses.

Dass sich etwas geändert hat, merkt man erst bei einem Blick hinter die Kulissen. Zwar beschäftigt das Atelier 23 auch unter der Leitung des Dock Limmattals bis maximal 20 Langzeitarbeitslose. Doch: Das Arbeitsangebot ist neu sehr niederschwellig. Betriebsleiter Heini Brändli erklärt, was das heisst: «Der Fokus liegt nun ganz klar auf der Arbeit und weniger auf der Abklärung und Qualifizierung.» Auch wenn die Mitarbeitenden neu einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhielten, sei das Ziel nach wie vor, dass sie im ersten Arbeitsmarkt eine Stelle finden, sagt Felber. Bis dahin sei man froh, ihnen schnell und unkompliziert eine Arbeit zuweisen zu können. «Das ist auch ein Anliegen der Politik: dass der Weg vom Schalter der Sozialhilfeabteilung bis zur Arbeit möglichst kurz ist.»

Der Anschluss des Ateliers 23 an das Dock Limmattal sei noch aus einem anderen Grund ein Glücksfall, sagt Brändli, der vorher bereits 13 Jahre das Atelier 23 leitete und nun für beide Bereiche zuständig ist. «Wir können Synergien nutzen.» So brauche man nicht mehr zwei separate Buchhaltungen zu führen und könne sich auch bei personellen Engpässen gegenseitig aushelfen. Die Grösse des Betriebs ist dabei ein entscheidender Vorteil: Nebst den 20 Arbeitsplätzen im Atelier 23 bietet das Dock Platz für weitere 100 Personen. «Das macht uns flexibler», sagt Brändli.

Die fehlende Flexibilität war auch der Hauptgrund für die Auflösung des Vereins Atelier 23. Als kleiner Betrieb mit engem finanziellen Korsett habe man immer schlechter auf das dynamische soziale Umfeld - unter anderem die Entwicklung der Klientel sowie der Gesetze - reagieren können, sagt Felber. Daher habe der Verein beschlossen, neue Wege zu suchen, um den Betrieb für die Zukunft zu sichern. Den Anschluss an eine bestehende Sozialfirma wurde schliesslich von den drei Mitgliedern des Vereins, Stadt Dietikon, reformierte und katholische Kirchenpflege, als die vielversprechendste Lösung angesehen.

Dock beschäftigt 1200 Personen

Doch nicht nur für das Atelier 23 ist der Anschluss an Dock Limmattal ein Segen. «Das Atelier 23 ist auch ein Gewinn für das Dock», sagt Felber. Dies nicht zuletzt, da die Dock Gruppe, die mittlerweile an zehn Standorten in der Schweiz rund 1200 Personen beschäftigt, kürzlich in Chur ein Brockenhaus übernommen hat. Hier kann man nun gegenseitig voneinander profitieren. «Die Lösung ist für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation», sagt Felber. «Darum sind auch alle mit Freude dabei.»