Bergdietikon
Nach der Musik das Nein zu 50'000 Franken mehr Sold – so lief die Sommer-Gmeind

Die Bergdietiker Gemeindeversammlung sagte Nein zu einen Bürger-Antrag, der dem Gemeinderat jährlich 50 000 Franken mehr Sold eingebracht hätte. Denn Sparen ist das Ziel.

David Egger
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Fröhlicher Start in die Bergdietiker Gemeindeversammlung: Das Duo Mock spielte zum Apéro auf.

Fröhlicher Start in die Bergdietiker Gemeindeversammlung: Das Duo Mock spielte zum Apéro auf.

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Mehr Geld erhält der neu formierte Bergdietiker Gemeinderat ab 2018 voraussichtlich sowieso – weil er mehr Arbeit hat. Statt wie bisher rund 25 000 Franken betragen die anfallenden Stundenentschädigungen 2018 voraussichtlich 35 000 Franken. Schliesslich gibt es viel zu tun: Man denke an das Projekt Alterszentrum Hintermatt oder den Aufwand, mit dem sich die drei letzten Sonntag gewählten Neu-Gemeinderäte ins Amt einarbeiten werden müssen. Nicht ganz einig waren sich die 76 an der Gemeindeversammlung anwesenden Stimmberechtigen hingegen beim Antrag eines Stimmbürgers, die Grundpauschale zu erhöhen.

Jeder der fünf Gemeinderäte hätte jährlich zehntausend Franken obendrauf erhalten sollen. Weil es um ihren Sold ging, mussten insbesondere die betroffenen Gemeinderäte und Gemeinderäte in spe in den Ausstand treten respektive das Festzelt auf dem Sportplatz verlassen. Dann befürworteten 24 Stimmende den Bürger-Antrag. 44 sprachen sich für die bisherige Besoldung aus, wie sie der Gemeinderat beantragt hatte: 26 000 Franken jährlich für den Gemeindeammann, 22 000 Franken für den Vizeammann und 20 000 Franken für die weiteren Gemeinderäte. Der Ende Jahr abtretende Gemeindeammann Gerhart Isler (Bürgerforum) begrüsste den Entscheid. «Wir haben ja gesagt, wir müssen sparen», sagte Isler.

Die Zukunft wird teuer

Denn die Jahresrechnung 2016 hatte mit einem Minus von 300 000 Franken abgeschlossen, nachdem die Gemeinde – für sie unerwartet – noch vorhandene Anlagewerte im Schulhaus 2 abschreiben musste, das ab Oktober für 4,7 Millionen Franken saniert und umgebaut wird. Eine Investition, die künftige Abschreibungen mit sich bringt, die das Gemeindebudget belasten werden.

Für grössere Belastungen sorgen zudem ab 2018 auch der Neue Aargauer Finanzausgleich, der besser gestellte Gemeinden wie Bergdietikon stärker belastet. Dazu kommen dann noch die Sanierung und Umgestaltung der Bergstrasse (K412), die der Gemeinde ebenfalls weitere neue Abschreibungen bringt und die – Stand heute – im kommenden Jahr starten soll. Viel kommt also zu auf das Dorf.

«Budgetprozess wird wichtiger denn je»

«Der Budgetprozess wird somit wichtiger denn je. Wir müssen noch mehr schauen, wo sich sparen lässt», sagte darum Isler. Er bat die Bürger, auch an die wichtige Budget-Gemeindeversammlung am 30. November zu kommen. Hoher Besuch ist angesagt: Der Aargauer Finanzdirektor Markus Dieth (CVP) aus Wettingen ist zu Gast.

Ausser des erwähnten Bürger-Antrags zur Sold-Festlegung wurden am Donnerstagabend alle Traktanden schnell angenommen, insbesondere die Kreditabrechnung zum Ausbau der Wiesentalstrasse sowie die Abrechnungen zum Ersatz der Wasserleitungen in der Wiesental- und der Birkenstrasse.

Neue Leiterin Finanzen beginnt am Montag

Bei dieser Sommer-Gemeindeversammlung, die wie im Sommer üblich im Festzelt auf dem Sportplatz stattfand, gab es auch noch einige Personalien zu vermelden. So wurde Christoph Binder, der Leiter Finanzen ad interim, verabschiedet. Ab 1. Juli ist Brigitta Bösinger neue Leiterin Finanzen. Sie arbeitete zuvor bei der Gemeinde Hirzel.

Das kommende Wochenende, 1. und 2. Juli, dreht sich in Bergdietikon dann aber nicht um die Finanzen. Stattdessen steht das grosse Holzerfäscht an, dank dem auch schon das Festzelt auf dem Sportplatz stand. Bevor die Gemeindeversammlung begann, spielte beim Apéro das Duo Mock mit lüpfiger Musik auf. Dass auch die Gemeindeversammlung so beschwingt ablief, dass sie in weniger als einer Stunde fertig war, das ist in Bergdietikon rekordverdächtig.