Stadtpräsidium Dietikon

Nach dem Rückzug Otto Müllers: Möglicher SVP-Kandidat hat freie Bahn

Gestern gab Stadtpräsident Otto Müller bekannt, dass er für eine vierte Amtszeit nicht zur Verfügung steht.

Gestern gab Stadtpräsident Otto Müller bekannt, dass er für eine vierte Amtszeit nicht zur Verfügung steht.

Stadtpräsident Otto Müller (FDP) hat sich entschieden, im März nicht mehr zur Wahl anzutreten. Jetzt beginnen die Sondierungen in den Parteien über einen Nachfolger

Wer wird ab 2018 als Stadtpräsident der Dietiker Exekutive vorstehen? Diese Frage beschäftigt die Dietiker Lokalpolitiker, seitdem gestern Otto Müller (FDP) nach elf Jahren als Stadtpräsident seinen Rückzug bekannt gegeben hat. Auch wenn noch keine Namen kursieren – aus den Reihen der FDP gibt es bereits eine klare Ansage: Tritt ein geeigneter SVP-Kandidat an, wird es keinen Kampfkandidaten der FDP geben, so Werner Hogg, Ortsparteipräsident der FDP.

In einer Medienmitteilung der Ortspartei, in der in erster Linie Otto Müller für seinen jahrelangen Einsatz im Amt gedankt wird, heisst es: «In welcher Konstellation die FDP Dietikon bei den Stadtratswahlen vom 4. März 2018 antritt, werden die anstehenden internen Diskussionen zeigen.» Verwiesen wurde in der Mitteilung auf eine Findungskommission unter der Leitung von alt Gemeinderätin Elisabeth Müller. Neben ihr und Hogg gehört dieser noch das langjährige Parteimitglied Walter Wimmersberger an. Wahlkommission und Parteivorstand entscheiden dann, welcher Vorschlag der Parteiversammlung zur endgültigen Nomination vorgelegt wird, so Hogg.

Aus den Reihen der FDP-Fraktion im Gemeinderat sei Interesse angemeldet worden. «Es ist kein Geheimnis, dass mögliche Kandidaten für Stadtrat und Präsidium üblicherweise aus dem Gemeinderat kommen», so Hogg. Wie viele Stadtratskandidaten die FDP küren wird, hänge davon ab, wie viele Bisherige wieder antreten. «Wenn noch weitere aufhören, werden wir eventuell mit zwei Kandidaten antreten.» Am vergangenen Donnerstag hatte bereits Stadtrat Jean-Pierre Balbiani (SVP) seinen Rückzug bekannt gegeben.

SVP hat zwei mögliche Kandidaten

Auch bei der SVP bereitet man die Kandidatenkür vor. Laut Rochus Burtscher, Präsident der Ortspartei, fanden erste Gespräche statt, auch die Wahlkommission, in der er als Ad-interim-Präsident amtet, sei schon mehrmals zusammengetreten. Fest steht, dass wieder drei Kandidaten aufgestellt werden, auch zwei mögliche Kandidaten für das Präsidium gebe es. «Wir lassen uns aber noch alle Optionen offen», so Burtscher. Auch die Frage, ob die Partei überhaupt einen Kandidaten fürs Präsidium aufstellen wird, möchte er derzeit nicht bejahen. Voraussichtlich an der Mitgliederversammlung, die am 4. September zusammentritt, werde auf jeden Fall nur ein Kandidat vorgeschlagen werden, so Burtscher.

FDP macht sich keine Illusionen

«Wenn es einen SVP-Kandidaten für das Stadtpräsidium gibt, mache ich mir keine Illusionen für einen Kandidaten der FDP», meint Hogg. Seine Partei habe zwölf Prozent Wähleranteil und sei daher auf die Stimmen von anderen angewiesen. Hogg blickt zurück auf die Anfänge Müllers im Amt. «Damals war der SVP-Stadtpräsident Hans Bohnenblust zurückgetreten, und die SVP fand keinen Nachfolgekandidaten.» Das sei die Chance für Otto Müller gewesen, mit Unterstützung der SVP ins Amt gewählt zu werden.

Einen völlig ungeeigneten SVP-Kandidaten werde die FDP allerdings nicht unterstützen, bekräftigt Hogg. Hogg rechnet damit, dass es wie vor vier Jahren parteiübergreifende Gespräche zwischen den bürgerlichen Parteien SVP, FDP und CVP geben wird. Dessen ist sich auch Stadtrat und Sozialvorstand Roger Bachmann (SVP) sicher. Zunächst kämen aber parteiinterne Gespräche, in denen mögliche Optionen ausgelotet werden würden. Was seine Person anbelangt, hält er sich noch bedeckt. Das habe nicht er zu entscheiden, sondern sei Sache der Partei.

So hält es auch sein Stadtratskollege und Finanzvorstand Rolf Schaeren (CVP). Es sei gut, dass die Frage, ob Müller weitermacht, jetzt geklärt ist. Zur Frage, ob er selbst noch einmal antritt, möchte er zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen. Spätestens im Herbst werde sich seine Partei aber äussern. Weder Ja noch Nein kann derzeit auch Stadtrat und Infrastrukturvorstand Roger Brunner (SVP) dazu sagen, ob er noch einmal antritt. Das hänge auch von der Partei ab. Auf die Frage, ob er sich eine Kandidatur als Präsident vorstellen könne, antwortet er scherzhaft: «Ich trete sofort aus der Partei aus, wenn ich für das Amt des Stadtpräsidenten aufgestellt werden sollte.»

Gemeinderatspräsident Martin Romer (FDP) rechnet in den nächsten Wochen mit einem Versteckspiel der Parteien. Keine werde sich zuerst offenbaren wollen, prophezeit er. Fest steht für ihn, dass sich auch die FDP-Findungskommission nicht drängen lassen wird.

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