Fussball 2. Liga

Nach 8 Niederlagen in Folge: Darum gelingt dem FC Schlieren der Befreiungsschlag

Schlierens Selcuk Sasivari (am Ball) hatte Affolterns Maurus Stiegmeier meist im Griff.

Schlierens Selcuk Sasivari (am Ball) hatte Affolterns Maurus Stiegmeier meist im Griff.

Schlieren gewinnt gegen Affoltern am Albis mit 2:1. Trotz Sieg bleibt man aber unter dem Strich klassiert.

Es lief bereits die vierte Minute der Nachspielzeit, als die Schlieremer nochmals zu einer ganz dicken Chance kamen. Mario Bucciarelli tauchte plötzlich alleine vor dem Affoltemer Torwart Kevin Aegerter auf, doch der rettete in höchster Not und auch mit etwas Glück gegen den Stürmer.

Damit blieb den Schlieremern zwar das dritte Tor verwehrt, das sie sich angesichts der Spielanteile durchaus verdient gehabt hätten. Doch an der Tatsache, dass die Limmattaler nach einer Durststrecke von acht sieglosen Partien in Folge endlich wieder mal drei Punkte holten, änderte sich nichts mehr. «Es war so wichtig, die Vorrunde mit einem Sieg abzuschliessen», meinte Aussenverteidiger Selcuk Sasivari.

Turbulente Phase

Sasivari und die Schlieremer haben eine turbulente Phase hinter sich. Erst vor anderthalb Wochen hat sich der Verein von Cheftrainer Gianni Petrone getrennt, Assistenztrainer Carmelo Trande übernahm die Mannschaft für die restlichen beiden Vorrundenspiele. Doch der Trainerwechsel brachte zunächst nicht die erhoffte Wende: Schlieren verlor vor einer Woche gegen Männedorf mit 2:4.

Dass die Limmattaler ausgerechnet zum Abschluss der so erfolglosen Vorrunde auf die Siegstrasse zurückgefunden haben, liegt laut Sasivari auch an einer taktischen Umstellung. «Wir haben unsere Spiele verloren, weil wir den falschen Spielplan hatten», sagte er. «Vorher spielten wir ein hohes Pressing, waren dabei aber nicht konsequent genug, was zur Folge hatte, dass wir viele Gegentore kassiert haben. Gegen Affoltern haben wir uns erst einmal darauf konzentriert, hinten kompakt zu stehen und keine Torchancen zuzulassen.»

Das gelang den Schlieremern vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut: Die Affoltemer blieben bis auf ein paar wenige Vorstösse offensiv meist harmlos. Schlieren hingegen kam durch Alberto Perez Diaz und Davide Lopez zu zwei guten Abschlüssen, doch es blieb beim 0:0.

Frühes Führungstor

Dann folgte die zweite Halbzeit, und die begann optimal für das Heimteam: Nach fünf Minuten brach auf der rechten Seite Giuliano Procopio durch und schoss den Ball zentral aufs Tor, Goalie Aegerter liess den vermeintlich haltbaren Schuss passieren – 1:0 für die Schlieremer. Und es kam noch besser für die Limmattaler: Zehn Minuten nach Procopios Tor stürmte der eingewechselte Giuseppe Sorrentino auf Aegerter zu und erwischte den Affoltemer Torhüter mit einem Schuss durch die Beine – 2:0. «Wir wussten, dass wir ein Tor erzielen würden, sofern wir geduldig bleiben», sagte Sasivari später. «Das haben wir in der Halbzeitpause angesprochen.»

Doch auch während des Spiels wurde viel kommuniziert. So erteilte Sasivari, der Trande auch neben dem Platz unterstützt und ein bisschen die Rolle des Co-Trainers übernommen hat, seinen Mitspielern immer wieder Ratschläge und Anweisungen. «Die Mannschaft braucht auch Anweisungen», meinte Sasivari zu seiner Rolle auf dem Platz. «Denn wir mussten unseren Matchplan durchziehen und nicht zu offensiv spielen.» Nicht jedes System passe zu jeder Mannschaft, so Sasivari: «Wir sind gegen Affoltern in einem 4-1-4-1-System tiefer gestanden, und das hat zum Erfolg geführt. Torchancen hatten wir ja trotzdem.»

Das neue System scheint den Schlieremern also zu liegen. Und auch der Trainerwechsel hat der Mannschaft offenbar neue Impulse gegeben. «Es ist wieder Feuer in den Trainingseinheiten», so Sasivari. Trotzdem bleiben die Schlieremer unter dem Strich klassiert – mit einem Rückstand von vier Punkten auf einen Nichtabstiegsplatz. «Aber ich bin überzeugt, dass wir in der Rückrunde da rauskommen und uns im Mittelfeld klassieren», meinte Sasivari. «Wichtig ist, dass wir in der Winterpause eine gute Vorbereitung haben.»

Wer wird Trainer?

Eine Vorbereitung, in der Trande die Mannschaft womöglich schon nicht mehr coachen wird. Die Verantwortlichen des FC Schlieren sind momentan intensiv mit der Frage beschäftigt, wer das Team übernehmen soll. Ein Entscheid stand bis gestern noch aus. Sasivari hofft allerdings, dass man einen Trainer findet, der eine «konsequente Linie» verfolgt und einen taktischen Plan hat. «Die Qualität in der Mannschaft ist ja da», so der Routinier.

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