Bergdietikon

Nach 55 Jahren Dienst verstummen die Kirchenglocken bis März

Die Glockenjoche wird saniert – die Demontage der eisernen Einzelteile ist kein leichtes Unterfangen.

In Bergdietikon ist es seit dieser Woche auffallend still. Die vier Glocken der reformierten Kirche, die seit ihrer Montage im Jahre 1960 täglich verlässlich läuteten, sind abmontiert. Die beiden Servicetechniker Philipp Hüsser und Toni Bärtschi haben die bis zu 2,5 Tonnen schweren Glocken innerhalb von drei Tagen abgesetzt. Kein einfaches Unterfangen: Der Platz im Kirchturm ist beschränkt, zudem sind die Böden schneebedeckt und rutschig. Einzig ein schmales Geländer umrahmt die Plattform, auf der die Männer arbeiten.

Zudem müssen die angebrachten Seilaufzüge sicher halten. Die Glockenjoche und deren Lager, die zur Überarbeitung abtransportiert werden, wiegen mehrere hundert Kilogramm. Die letzten 55 Jahre haben sichtliche Spuren an der Aufhängung hinterlassen. Die rostigen Flecken werden nun von der Kirchentechnik-Firma muribaer saniert. «Nach der Sanierung können die Glocken für ein weiteres halbes Jahrhundert ohne Unterbruch läuten», so Hüsser.

Erneuerung in Etappen

Bereits letztes Jahr war Hüsser vor Ort und hat die Magnethämmer der Glocken in Bergdietikon ausgetauscht, damit das Läuten weicher wird. Dass Sanierungen an Kirchentürmen in mehreren Etappen vorgenommen werden, sei üblich. «Die Kirchgemeinde kann sich somit die Finanzen besser aufteilen.» Letztes Jahr habe man in Bergdietikon relativ viel Geld in die Hand nehmen müssen, da die Steuerung zweier Glocken ausgefallen sei. «Zuvor war diese noch mechanisch, heute ist natürlich alles elektronisch», sagt Hüsser.

Die Glocken werden bis im März auf den Zwischenplattformen des Kirchturms auf ihre Montage warten. Damit die aus Eisen gegossenen Glocken nicht herunterfallen können, befestigt sie Hüsser sicher an Stahlseilen.

Dass der Rudolfstetter bei jeder Witterung auf Kirchtürme steigen muss, macht ihm nichts aus. Bis jetzt sei noch nie etwas passiert. Über eine schmale Leiter kraxelt Hüsser weiter hinauf zur obersten Glocke. Der eisige Wind peitscht ihm dort noch kälter um die Ohren. Dennoch bewahrt Hüsser seine gute Laune. «Ab und an ein wärmender Kaffee und dann geht das prima».

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