Es ist ein Meilenstein für den Verein Historic Schlieren: In seinem Bestreben, das historische Erbe der ehemaligen Schweizerischen Wagons- und Aufzügefabrik AG Schlieren (SWS) zu wahren sowie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, können nun die Pläne für einen Ausstellungsraum realisiert werden. Dass das künftige Museum auf dem geschichtsträchtigen Areal selbst eingerichtet werden kann, sorgt für zusätzliche Freude. Mit anderen Worten: Nach 32 Jahren kehrt die «Wagi» auf ihr ehemaliges Gelände zurück.

Historic Schlieren, 2007 als Interessensgemeinschaft gegründet und seit rund einem Jahr als Verein aktiv, hatte die Räumlichkeiten in einem noch erhaltenen Gebäude der SWS seit letztem Sommer im Visier. Allerdings war das Vorhaben finanziell für den Verein nicht zu stemmen. «Wir haben deshalb ein Gesuch bei der Stadt Schlieren eingereicht, um die anfallenden Mietkosten zu decken», sagt Patrick Bigler, Projektleiter des Vereins. Dieses sei im ersten Anlauf jedoch abgelehnt worden. Man liess jedoch nicht locker. Derzeit laufen noch Gespräche zwischen dem Verein und und der Stadt.

Im Zuge der Verhandlungen erhielt Historic Schlieren auch Unterstützung von der Standortförderung Schlieren sowie der Immobilienverwaltung des Wagi-Areals (Gewerbe- und Handelszentrum Schlieren GHZ). «Der Raum wurde in dieser Zeit extra für uns reserviert», so Bigler. Vor rund einer Woche erhielt er dann die Nachricht, dass die Finanzierung vorerst zustande komme, allerdings werde diese nicht vollumfänglich von der Stadt getragen. «Wir haben bislang keine genaue Einsicht in die Details erhalten. Aber wir haben von den involvierten Parteien offiziell grünes Licht bekommen», sagt Bigler.

Wertschätzung der Stadt

Der Stadtrat anerkenne das Engagement sowie die Aktivitäten des Vereins, sagt Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin auf Anfrage: «Wir können uns gut vorstellen, dass eine stehende Ausstellung über die Industriegeschichte der SWS auf dem Wagi-Areal Sinn machen würde.» Allerdings seien die Verhandlungen noch am Laufen, daher könne man noch keine Erklärung darüber abgeben, ob, wie und in welchem Umfang eine Unterstützung erfolgen kann.

Historic Schlieren wird nun ein Einrichtungskonzept erstellen, versichert Bigler. Es gilt, die 110 Quadratmeter im 3. Stock an der Wagistrasse 13 auszustatten. Nicht nur das Archiv wird dort eine Heimat finden, sondern auch physische Fabrikerzeugnisse und Werksutensilien sollen gezeigt werden. «Unser Ziel ist es, die Ausstellung bis Ende Mai fertiggestellt zu haben», sagt Bigler. Das Konzept sieht vor, dass man sich per Anmeldung für eine Führung einschreiben kann und dass Vereinsmitglieder jeweils abwechselnd die Präsentation übernehmen. Zusätzlich wird es eine Lese-Ecke geben, wo man in aller Ruhe die Zeitdokumente einsehen kann. Der Raum ist weiter mit einem Warenlift erreichbar; ein Aufzug aus der «Wagi», versteht sich.

Bigler betont, dass der Verein längerfristig einen Grossteil der Finanzierung selbst übernehmen will; das sei das erklärte Ziel. Schon jetzt komme man für die Einrichtung, wie etwa die Vitrinen, selbst auf. Bis voraussichtlich im Frühling die Tore der SWS erneut öffnen, müssen Interessierte aber nicht auf Informationen aus der «Wagi» verzichten: Die Website des Vereins bietet schon jetzt ein grosses E-Museum, das jederzeit online abrufbar ist.