Wenn es brannte, waren Beatrice und Ruedi Boltshauser stets zur Stelle – und das während 26 Jahren. Nun geht das Hauswart-Ehepaar des Schulhauses Allmend in Oberengstringen in Pension. Ihr Wissen, das sie sich in den vielen Jahren angeeignet haben, gaben sie in den vergangenen Wochen an ihren Nachfolger Nusret Bekiri weiter, der bisher in der Sportanlage Brunewiis tätig war und dort von Patrick Moreira Oliveira abgelöst wird. «Es kommt auf die Kleinigkeiten an», sagt der erfahrene Hauswart Ruedi Boltshauser. Das Zurückhalten der Post während der Ferien beispielsweise sei eine von vielen Sonderaufgaben.

Mit der Stabweitergabe verbunden ist auch der Wegzug aus der Dienstwohnung neben dem Schulhaus. «Wir sind kürzlich in eine traumhafte Wohnung in Zürich gezügelt», sagt Ruedi Boltshauser. Die Nähe der Wohnung zum Arbeitsort habe Vor- und Nachteile. «Am Sonntag konnte ich, ohne viel Zeit zu verlieren, Arbeiten erledigen, die während des Betriebs nur beschränkt möglich waren», sagt er. Die Gefahr sei aber, dass man sich keine Grenzen setze und jederzeit verfügbar sei. «Ich musste lernen, nur dann da zu sein, wenn es mich braucht», sagt der 63-Jährige. Am Wochenende war das Ehepaar deshalb oft unterwegs.

Schüler wollen diskutieren

Beatrice und Ruedi Boltshauser war es wichtig, ein gutes Einvernehmen mit ihrem Umfeld zu haben. Das bestätigen viele, die mit ihnen zusammengearbeitet haben. In jeder grossen Pause zum Beispiel setzten sich die beiden an den Tisch im Lehrerzimmer. «Es interessierte uns, was die Lehrpersonen beschäftigt», sagt Ruedi Boltshauser. Seine Frau Beatrice hat die Lehrpersonen ab und zu sogar mit Kuchen oder Grittibänzen verwöhnt. Auch den Kontakt zu den Schülern haben die beiden geschätzt. Die Mehrzahl kannte Ruedi Boltshauser bei ihrem Namen. «Klar sind die Jugendlichen nicht immer einfach, aber sie erzeugen eine lebendige Atmosphäre», sagt er.

In den vergangenen 26 Jahren hätten sich die Schüler verändert. «Sie treten selbstsicherer auf und wollen stets diskutieren», sagt Ruedi Boltshauser. Dafür habe er bei 150 Kindern jedoch keine Zeit. Geschätzt hat er es, wenn die Schüler ehrlich waren und ihm erzählten, was passiert ist. «Nur so konnte ich Flickarbeiten veranlassen», sagt der gelernte Elektromechaniker, der sich am liebsten um herausfordernde Reparaturen sorgt.

Weniger gerne hat er Putzarbeiten ausgeführt. Dennoch war es ihm wichtig, dass das Schulhaus jederzeit in einem sauberen Zustand ist. Privat kommt das Ehepaar gut miteinander aus, doch geschäftlich gab es ab und zu kleinere Unstimmigkeiten. «Wenn ich ehrlich bin, putze ich lieber alleine, denn mit meinem Mann kann ich in der übrigen Zeit zusammen sein», sagt Beatrice Boltshauser.

Keine vorsorgliche Reinigung

Neben seiner Tätigkeit als Hauswart half Ruedi Boltshauser auch bei der Organisation von Lagern und Ausflügen mit. Auch bei der Erstellung des Weihnachtsfensters legte er Hand an. «Zusätzliches Engagement habe ich immer gerne auf mich genommen», sagt er. Zu seinen persönlichen Höhepunkten zählt das Eisfeld, das er in kalten Wintern jeweils eingerichtet hat. «Es macht mir keinen Spass, nur dazusitzen», sagt er. Eines hat er in den 26 Jahren jedoch gelernt: «Es lohnt sich nicht, vorausschauend zu putzen, denn es gibt immer jemanden, der noch reintrampt.»

Für den Ruhestand hat das Ehepaar bereits Pläne geschmiedet. Sie wollen mehr Zeit in ihrem Mobilheim in Frankreich verbringen. Auch einer neuen Aufgabe hat sich Ruedi Boltshauser bereits angenommen. Er engagiert sich in der Siedlungskommission an seinem neuen Wohnort. Was ihm in der kürzlich bezogenen Wohnung noch fehlt, ist eine Werkstatt. «Nicht einmal einen eigenen Werkzeugkoffer besitze ich», sagt er. Vom Schulhaus Allmend indessen wird er sich nicht so schnell losreissen, denn schon beim Umzug in den Neubau während der Sommerferien wird er wieder mit von der Partie sein.