Schlieren
Nach 25 Jahren gibts wieder eine Bäckerei - und 200 Gipfeli gratis dazu

25 Jahre lang gab es im Zentrum Schlierens keine Bäckerei mehr. Nun öffnete «Fredy’s Brot Boutique» ihre Tür. Wie nehmen die ersten Laufkunden das neue Angebot wahr?

Florian Niedermann
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Diesem Kunden haben es die Apfelplunder in der Vitrine der Filiale an der Bahnhofstrasse angetan
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Neben Gipfeli und süssen Backwaren verkaufen Geschäftsführer Parut Tubello und sein Team auch Holzofen- und andere Brotsorten (im Bild Andrea Würsch)
In Zentrum Schlierens öffnet nach 25 Jahren erneut eine Bäckerei

Diesem Kunden haben es die Apfelplunder in der Vitrine der Filiale an der Bahnhofstrasse angetan

Florian Niedermann

Wer am Montagmorgen via Bahnhof Schlieren zur Arbeit ging, erlebte eine freudige Überraschung. An der Bahnhofstrasse verteilten Angestellte von «Fredy’s Brot Boutique» insgesamt 200 Gipfeli gratis an Passanten. Anlass dazu gab die Eröffnung der ersten Filiale von «Gipfelikönig» Fredy Hiestands neuer Tochterfirma neben der Drogerie Locher. Die Willkommensaktion war ein voller Erfolg, wie Geschäftsführer Parut Tubello sagte: «Die Gipfeli waren im Nu weg.» Besonders erfreut hätten ihn die Rückmeldungen der Kunden: «Viele sagten, dass sie froh seien, dass es nun endlich wieder eine Bäckerei im Zentrum gebe», so Tubello.

Tatsächlich musste die Schlieremer Bevölkerung lange darauf warten: 25 Jahre ist es her, dass die letzte Bäckerei im Stadtkern schloss. Die Stadtbewohner vermissten einen solchen Laden. Dies zeigte auch eine Bevölkerungsumfrage zum Thema Lebensqualität, welche die SP-Schlieren 2011 durchführte. Neben einer Papeterie, einer Metzgerei und einer Buchhandlung äusserten die Befragten darin auch ihr Bedürfnis nach einer Bäckerei.

«Klein, aber gut gelegen»

Die Reaktionen der Kunden am Eröffnungstag der «Brot Boutique» bestätigen die Umfrage. Es sei gut für die Stadt, dass man nun im Zentrum wieder frisches Brot kaufen könne, sagt etwa Olga Serra, die seit 32 Jahren in Schlieren wohnt: «Ich bin schon während des Versuchsbetriebs am letzten Freitag hier gewesen. Die Filiale ist zwar klein, aber sehr gut gelegen.» Und das Ruchbrot, das sie beim letzten Mal kaufte, habe sie überzeugt.

Eine andere Schlieremerin, die erstmals in der «Brot Boutique» war und nicht mit Namen genannt werden möchte, ist etwas skeptischer: «Ich habe mein Brot bisher immer im Bioladen eingekauft, wo es wirklich sehr gute Produkte hat. Nun versuche ich es hier. Ich bin gespannt, ob es mich überzeugen kann.»

Einen weiteren Kunden, Zafer Aydinoglu aus Zürich, und zwei Begleiter trieb die Neugierde in die «Brot Boutique», wie sie sagten: «Der kleine Verkaufsraum fiel mir beim Vorbeigehen auf, und ich wollte mir das kurz ansehen.» Das Trio bestellte je einen Kaffee, Aydinoglu nahm einen Apfelplunder dazu. Sein Fazit: «Schmeckt sehr gut!»

Die Backwaren, welche die «Brot Boutique» anbietet, sind im Hotellerie- und Gastrobereich sowie bei Detaillisten bereits bekannt. Sie werden nicht in Schlieren hergestellt, sondern in Baden bei Hiestands Produktionsstandort «Fredy’s». Der «Gipfelikönig» will seine Backwaren auch privaten Kunden verkaufen, weshalb er die Firma «Fredy’s Brot Boutique» gründete. Tubello bezieht nun aus Baden Teiglinge sowie vorgebackene Produkte und bäckt diese an der Bahnhofstrasse fertig. Geplant ist, dass weitere Ableger dazukommen und eine Kette entsteht. Auch ein Franchising-System mit selbstständigen Lizenznehmern steht im Raum. Vorerst will der Geschäftsführer aber Erfahrungen sammeln.

7-Tage-Woche ist nicht gesichert

Derzeit verkauft Tubello seine Backwaren an sieben Tagen in der Woche. Noch ist aber nicht sicher, ob dies auch langfristig so bleibt. Er will sich bis Ende März Zeit lassen, um die Kundenströme zu analysieren und verbindliche Öffnungszeiten festzulegen. Der Geschäftsführer und seine Mitarbeiter empfingen im Versuchsbetrieb bereits am vergangenen Donnerstag, Freitag und Sonntag erste Kunden. Dabei enttäuschte das Sonntagsgeschäft, wie Tubello sagt: «Die Strasse war fast ausgestorben.» Falls dies auch in den kommenden Wochen so bleibe, müsse er sich überlegen, ob er tatsächlich an allen sieben Tagen geöffnet haben wolle. Am Montag, am offiziellen Eröffnungstag hingegen, hatten bis 11 Uhr mittags bereits 39 Kundinnen und Kunden in der «Brot Boutique» eingekauft. Ein guter Einstand, wie er findet: «Bei dem schlechten Wetter am Morgen hätte ich mit weniger gerechnet.»