Oetwil

Nach 20 Jahren hat sich im Limmattal erstmals wieder ein Biber angesiedelt

An der Limmat wurde ein Biber gesichtet. ZVG

An der Limmat wurde ein Biber gesichtet. ZVG

Am Freitagnachmittag wurde an der Limmat in Oetwil ein Biber entdeckt. Er hat sich vermutlich zwischen Spreitenbach und den Geroldswiler Auen niedergelassen - nachdem an der Aare bereits alle Reviere besetzt sind.

Zwei Jahre nachdem das Limmatufer rund um den Binzerliweiher in Oetwil ökologisch aufgewertet wurde, hat sich dort schon ein Biber angesiedelt. Mitarbeitende der Elektrizitätswerke der Stadt Zürich (EWZ) haben den pelzigen Nager am Freitagnachmittag entdeckt. Der Biber halte sich vor allem in den renaturierten Flussabschnitten auf, schreibt die EWZ in einer Medienmitteilung. Nicht nur in Oetwil, auch in den Geroldswiler Auen habe man gefällte und abgenagte Bäume entdeckt. Man gehe davon aus, dass der Biber den Limmatabschnitt zwischen dem Chessel Spreitenbach und den Geroldswiler Augen zu seinem neuen Zuhause gemacht hat. Man bitte die Öffentlichkeit, den Biber nicht zu stören, sagt EWZ-Sprecher Harry Graf auf Anfrage: «Wenn jemand den Biber am Wochenende sieht, soll er nicht erschrecken – und umgekehrt auch den Biber nicht erschrecken.»

Der letzte Biber blieb allein

Dass sich an der Limmat ein Biber angesiedelt hat, erstaunt Tobias Liechti vom Büro für Umweltplanung Creato nicht. An der Aare seien alle Reviere bereits besetzt. Junge Tiere zögen deshalb in Gebiete oberhalb der Limmatmündung bei Brugg und besiedelten nach und nach den Flusslauf in Richtung Zürich.

Dass es sich bei Oetwil um ein einzelnes Tier handle, gehe aus der Menge der Nagespuren hervor, sagte Liechti. Ob es sich bei dem Zuzüger um ein Weibchen oder ein Männchen handelt, sei nicht klar. Falls sich ein Partner dazugeselle, könnte sich wieder eine Biberfamilie bilden. Vor etwa 15 bis 20 Jahren habe schon einmal ein einzelner Biber an der Limmat bei Dietikon gehaust, sagte Liechti. Er blieb aber allein und starb nach einiger Zeit.

Am liebsten isst er Weiden und Pappeln

Der vegetarische Nager isst im Frühling und Sommer Kräuter, Gräser und Blätter. Im Winter weicht er auf Rinden und Knospen aus. Besonders gern hat er Weiden und Pappeln. Wenn die Äste für ihn unerreichbar sind, fällt er den Baum kurzerhand. Das nachtaktive Tier verhält sich generell diskret und verschläft den Tag in einem unterirdischen Bau, der nur über einen unter Wasser gelegenen Eingang zugänglich ist.

Die Biberpopulation ist in der Schweiz in den letzten Jahren stark gewachsen. Im Kanton Zürich gab es bis anhin aber noch keine Beweise für ein Biberrevier. (BHI/SDA)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1