Dietikon
Mystisch bis biblisch: Die Stadtmusik vermittelt grosse Gefühle

Die Stadtmusik Dietikon stimmt das Publikum mit ihrem Kirchenkonzert auf Weihnachten ein.

Cynthia Mira
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 Konzert der Stadtmusik Dietikon in der reformierten Kirche
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 Dirigent Marco Nussbaumer
Kirchenkonzert Stadtmusik Dietikon

Konzert der Stadtmusik Dietikon in der reformierten Kirche

Cynthia Mira

In mystische und auch biblische Welten werde man an diesem Vorabend eintauchen, sagte die Präsidentin der Stadtmusik Dietikon Mirjam Peter zu Beginn des Konzerts in der reformierten Kirche und zitierte Beethoven mit den Worten: «Eine Note falsch zu spielen ist unwichtig, aber ohne Leidenschaft zu spielen ist unverzeihlich». Die Stadtmusik hielt, was sie versprach, und die Begeisterung in der vollbesetzten Kirche zeigte sich mit Standing Ovations.

Es schien so, als ob es den Musikerinnen und Musikern gelänge, beim Publikum jegliche Emotion in den rund anderthalb Stunden zu erwecken. Während die Klänge des Stücks «Abraham» von Ferrer Ferran für Gänsehaut sorgten, sodass man durch die Wucht der Musik kaum noch den auf eine Leinwand projizierten Bildern folgen konnte, die die biblische Geschichte Abrahams nacherzählten, wippte so mancher Zuhörer im Publikum bei sanfteren und fröhlicheren Tönen mit. Etwa bei den aus Russland stammenden Passagen aus «Moscow, Cheryomushki» von Dmitri Schostakovich.

Die Stadtmusik sorgte damit im Publikum für ein Wechselbad der Gefühle und krönte sich zum Schluss mit dem ersten Marsch «Pomp and Circumstance Nr.1» von Edward Elgar. Auch Dirigent Marco Nussbaumer bewies einmal mehr seine Kreativität und seine Leidenschaft für Perfektion in der Musik, indem er in Anlehnung an das Werk «Die unendliche Geschichte» von Michael Ende, ein Stück mit dem Namen «Auryn» komponiert hatte. «Das ist eine Premiere heute», freute sich Roland Debrunner, der er durch das Konzert führte und jedes der gewählten sechs Musikstücke ankündigte.

Viel Lob aus dem Publikum

«Seit Marco Nussbaumer als Dirigent an der Front ist, wurden das gesamte Zusammenspiel und die Musik verfeinert», sagte Zuhörerin Céline Wolff-Zuberbühler aus Dietikon. Das Konzert habe ihr sehr gefallen. Zudem seien im Ensemble immer Leute dabei, die in der Gegend wohnen. Ein solches Konzert sei deshalb immer etwas ganz anderes, als beispielsweise einem Unterhaltungsabend mit einem Star beizuwohnen, sagte sie. Ihre beiden Kinder sassen ebenfalls in der ersten Reihe: «Es gefiel mir sehr gut», sagte die achtjährige Flurina und auch der sechsjährige Arno stimmte dem mit einem Nicken zu.

«Musik ist Gefühl und wenn man beim Musizieren nichts spürt, dann ist etwas komplett falsch», äusserte sich Marco Hort nach dem Konzert. Er weiss, wovon er spricht, ist er doch seit 2000 dem Ensemble verpflichtet und war vorher in der Stadtjugendmusik Dietikon aktiv. «Ich musiziere mit manchen hier seit so vielen Jahren, sodass wir uns sehr gut kennen. Das ist manchmal fast mit einer Ehe zu vergleichen»,sagte er. Am Ende gab es auch Gesang zu hören. Damit war bereits ein Vorgeschmack auf das Jahreskonzert 2019 gegeben, denn die Stadtmusik Dietikon hat im nächsten Mai vor, das erste Mal mit einem speziellen Programm auch ein Singtalent zu küren.