«Das war ein ganz schreckliches Bild», sagt Esther Hürlimann und ergänzt: «Ein blau-weisser Strich zog sich durch die schöne Landschaft.» Die Anwohnerin spaziert mit ihrem Dackel Trieste mehrmals täglich von der Giessackerstrasse in der Fahrweid den Lenggenbach entlang bis zur Limmat. Am vergangenen Mittwochmittag traf sie entlang des sonst sauberen Gewässers aber auf ein schmutziges Flüsschen.

«Die Färbung des Wassers erstreckte sich von der Giessackerstrasse bis zur Dornaustrassen-Brücke über den Bach. Ich sah einige tote Fische», so Hürlimann. Bereits ein Tag später, am Donnerstag, war davon nichts mehr zu sehen: «Innert eines Tages war alles wieder sauber.

Für eine Sekunde dachte ich, dass ich mir das nur eingebildet hatte», sagt Hürlimann scherzhaft. Eine Nachfrage bei der Geroldswiler Feuerwehr zeigt: Nein, Esther Hürlimann hat sich nichts eingebildet.
Feuerwehr-Kommandant Christian Signer bestätigt auf Anfrage einen Einsatz.

Aufgrund der gemeldeten Gewässerverschmutzung richteten die Einsatzkräfte eine Wassersperre ein, mithilfe derer die Flüssigkeit an der Oberfläche abgesaugt werden konnte: «Der Regen der vergangenen Tage wird die restliche Verschmutzung nun weggespült haben», sagt Signer. Wie es dazu kommen konnte, weiss er nicht: «Eine unbekannte Flüssigkeit muss unbemerkt in den Lenggenbach geraten sein.»

Der Einsatz der Feuerwehr dauerte insgesamt knapp zwölf Stunden.

Kleine Menge, grosser Schaden

Auch Vertreter des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) waren am Mittwoch vor Ort, um das Ausmass des Schadens zu begutachten. Sprecher Wolfgang Bollack sagt auf Anfrage, dass zehn tote Fische gefunden wurden, es sich jedoch um keine Verschmutzung sehr grossen Ausmasses gehandelt habe.

«Mit dem Absaugen der Flüssigkeit und dem Regen der vergangenen Tage, sollte sich der Lenggenbach schnell erholen», so Bollack. Glücklicherweise habe die Verschmutzung nicht sämtliches Leben beseitigt. Doch verweist er darauf, dass den Gewässern Sorge getragen werden sollte.

Bereits kleine Mengen falsch entsorgter Flüssigkeiten können grossen Schaden anrichten (siehe Kontext).
Derzeit ermittelt die Gemeindepolizei, den Verursacher der Verschmutzung, wie der Geroldswiler Gemeindepolizist Eric Müller auf Anfrage sagt. Diesen erwarte eine Busse, deren Höhe sich noch nicht genau abschätzen lasse. Hinzu kämen noch die Kosten für den Feuerwehr- und Awel-Einsatz, für die der Verursacher ebenfalls aufkommen müsse.

Nicht die erste Verschmutzung

Esther Hürlimann beruhigt dies keineswegs. Die Nähe zur Limmat mit der geschützten Auenlandschaft ist ein massgeblicher Grund für ihren Umzug in die Fahrweid. «Seit ich im Juni hierher gezogen bin, ist dies bereits das vierte Mal, dass ich auf einen verschmutzen Lenggenbach treffe», sagt sie.

Die Verschmutzung sei zwar noch nie so gravierend gewesen, wie vergangene Woche. Trotzdem sei es frustrierend, dass die zuständigen Behörden diesem Gewässer anscheinend zu wenig Beachtung schenken.

Von einer auffälligen Häufung an Verschmutzungen wissen die Verantwortlichen nichts. «Unser letzter Einsatz am Länggenbach war im Mai 2015. Damals war die Ursache eine falsch angeschlossene Leitung, die Abwasser ins Gewässer fliessen liess», sagt Awel-Sprecher Bollack.

Doch: «Wir wissen nur von Gewässerverschmutzungen, wenn sie der Polizei gemeldet werden.»
Christian Signer von der Geroldswiler Feuerwehr kann sich an einige Meldungen aus der Bevölkerung bezüglich Verschmutzungen am Lenggenbach erinnern. «In der Regel handelte es sich dabei jedoch bloss um Verfärbungen des Wassers, durch verschiedene Verursacher», sagt er.