Die Staatsanwaltschaft IV hat ein Urteil mit Seltenheitswert eröffnet. Demnach wurde eine Mutter aus Oetwil wegen sexueller Handlungen mit Kindern zu einer bedingten Geldstrafe von 14 Tagessätzen zu 40 Franken verurteilt. Die Schweizerin muss die Geldsanktion von 560 Franken damit nicht bezahlen. Hingegen soll sie die Gebühr des aktuellen Entscheides von 500 Franken tragen.

Dem rechtskräftigen Strafbefehl ist zu entnehmen, dass die beschuldigten Eltern in der Nacht auf den 5. Januar 2014 für ihre beiden Kinder ihre damals 15-jährige Babysitterin aufboten. In den frühen Morgenstunden kehrten die Eltern aus dem Ausgang zurück und setzten sich im Wohnzimmer auf das Sofa. Schräg gegenüber von ihnen sass die Babysitterin, die sich plötzlich unbehaglich fühlte. So griff der Mann seiner Frau demonstrativ unter ihrer Hose zwischen die Beine an ihre Vagina. Danach fasste er unter ihrer Bluse an ihre Brüste. Wogegen die Frau offenbar nicht protestierte und alles geschehen liess. Für die minderjährige Kinderhüterin war alles klar ersichtlich.

Anzügliche SMS verschickt

Hinzu kam, dass es nicht nur bei den sexuellen Handlungen blieb. Unbemerkt von seiner Frau schickte der Mann der verdutzten Geschädigten heimlich zwei anzügliche SMS auf ihr Handy zu: «Schade, dass du so weit weg bist», lautete die erste eindeutige Botschaft. Worauf kurz darauf die Nachricht Nummer 2 erfolgte: «Ist es denn schlimm, wenn jemand mit den Fingern an dir spielt oder bist du es einfach nicht gewohnt?»

Pflichtwidriges Untätigbleiben

Die Babysitterin reagierte mutig und erstattete nach dem Vorfall Anzeige bei der Polizei. Mit der Folge, dass die Staatsanwaltschaft IV eine Strafuntersuchung gegen die Eltern einleitete. Die Staatsanwaltschaft hat nun den Schuldspruch gegen die Mutter eröffnet.

Gemäss Staatsanwalt Alexander Knauss hat die Schweizerin die Vorwürfe zwar bestritten, den Schuldspruch aber offenbar akzeptiert. Knauss schrieb dazu, dass die Mutter durch pflichtwidriges Untätigbleiben ein Kind unter 16 Jahren in eine sexuelle Handlung einbezogen habe. Der Staatsanwalt fügte hinzu, dass neben den Belastungen der Babysitterin die sichergestellten SMS des Vaters als Beweismittel gedient hatten. Er habe auch den Vater per Strafbefehl beurteilt. Allerdings liegt dieser separate Entscheid noch nicht öffentlich auf.