Musikwettbewerb

Musikwettbewerb in Schlieren will Alternative zu Casting-Shows bieten

Hat sich seine eigene Bühne geschaffen: Bruno Sonetto auf den Brettern, die seine Welt bedeuten.

Hat sich seine eigene Bühne geschaffen: Bruno Sonetto auf den Brettern, die seine Welt bedeuten.

Der Schlieremer Musikwettbewerb «Sing’n’Dance» feierte den Auftakt zur zweiten Runde. Organisator Bruno Sonetto schaft eine Plattform für musikalische Talente jenseits des Casting-Wahnsinns im Fernsehen.

Kurz nach 20 Uhr im Schlieremer Eventlokal «Enjoy»: Schon jetzt herrscht ausgelassene Stimmung. Jung und Alt haben sich eingefunden, um am Event «Sing ’n’ Dance» teilzunehmen. Sie stürmen das Pizza-Pasta-Buffet, reden, lachen, tanzen – und sie singen. Mittendrin der Maestro des Abends: Bruno Sonetto. Sein Label «Toscanelli Records» organisiert den Anlass, der weit mehr ist als einfach «nur» Karaoke. «Vielmehr ist es eine Plattform für Jugendliche, die sich bei uns musikalisch ausleben können», sagt Sonetto begeistert.

Limmattaler San-Remo-Festival

«Sing ’n’ Dance» ist so was wie die «Limmattaler Version» des beliebten San-Remo-Musikfestivals. Jeweils im Frühling finden zwei erste «Hauptproben» statt, von denen am Freitag die zweite über die Bühne ging. «Sie dienen dem Aufwärmen», so Sonetto, «hier darf man singen und sein Talent entdecken – aber auch nur Party machen.» Sollte ein kleiner Star darunter sein, kann er sich an drei weiteren Events bei «Sing ’n’ Win» unter Beweis stellen. Der Wettbewerb wird am 6. Juli entschieden und bietet dem Gewinner die Möglichkeit, einen Song bei «Toscanelli Records» online zu veröffentlichen. «Am Finale wird auch Sänger Antonio Maggio mit dabei sein», schwärmt Sonetto. Maggio ist Italiens neuer Superstar. Er gewann die dortige «X-Factor»-Staffel und jüngst auch den Newcomer-Preis am San-Remo-Festival.

Italianità ist Trumpf

An diesem Abend ist die Italianità omnipräsent. Egal, ob an den Tischen, der Bar oder auf der Bühne. Ein Blick auf die Song-Liste zeigt, dass englischsprachige Künstler einen schwierigen Stand haben. Einige wenige Lieder von ABBA, dafür viele von Adriano Celentano, und auch Lady Gaga ist weniger oft vertreten als Laura Pausini. Bruno Sonetto ist aber natürlich offen für alle Musikrichtungen. Ihm ist auch wichtig, dass sein Musik-Wettstreit immer «sauber und transparent» bleibt. Heutige Casting-Shows hält er für zu konsumorientiert.

Seine Motivation gründet in einer bitteren Enttäuschung. Sonetto, der schon mit 12 Jahren das Gitarrenspiel beherrschte, wollte als Teenager ins Musikgeschäft einsteigen. Auf grosse Versprechen folgten Absagen. «Man sagte mir, dass ich nicht bereit sei für die Bühne.» Also machte er aus der Not eine Tugend und erschuf die Bühne gleich selbst. Nicht umsonst lautet sein Motto: «Inspiration becomes reality!»

Grossen Applaus gibt es in der Zwischenzeit für Sängerin Carmela. Zwar ist sie kein Teenager mehr, aber ihre Version des italienischen Schlagers «L’Americano» überzeugt. Keine Frage, an diesem Abend muss niemand auf die Bühne gedrängt werden. Sie alle brennen für die Musik – La Cenerentola hätte ihre wahre Freude gehabt.

Nächster Event: Sing & Dance, Freitag, 3. Mai, im Enjoy, Schlieren.

www.toscanellirecords.ch

Meistgesehen

Artboard 1