«Ein wenig Schweizer Kultur muss sein», sagt Rita Sidler, Klavierpädagogin und Initiantin des neuen Projekts: Dem Mundart Chor-Workshop. Seit Jahren leitet sie einen Adhoc-Gospelchor, welcher in der reformierten Kirche Geroldswil seinen Ursprung fand.

Dabei stehe der Spass, gemeinsam ein Projekt auf die Beine zu stellen, und Freude an der Musik zu vermitteln im Zentrum. Trotzdem werde bis zum Auftritt von allen Mitwirkenden eine gewisse Ernsthaftigkeit verlangt.

Jeder müsse die Texte der Lieder auswendig kennen und regelmässig an den Proben teilnehmen. «Wir sind kein fester Chor, der wöchentlich probt», sagt sie. Werden die Mitglieder für eine Hochzeit oder eine andere Zeremonie gebucht, treffen sie sich punktuell zum Üben.

Mani Matter und Bligg

Mit ihrem neusten Projekt will Rita Sidler Abwechslung in ihr jährlich stattfindendes Gospelprojekt bringen. «Mundart, fand ich, ist genau das Richtige», sagt sie. Denn auf «Schwiizerdütsch» zu singen, bedeutet für sie ein Stück Heimat.

«In meiner Kindheit hörte ich ganz oft Mani Matter und Peter Reber.» Mit Mundart kann sich Sidler identifizieren. Sie will ihren Chorkameraden aber auch Mundart-Pop schmackhaft machen. «Gölä, Bligg und Polo Hofer stehen ganz oben auf meiner Liederliste», sagt sie. Ausserdem sollen dem Publikum «fätzige» Songs geboten werden.

Gipfeli essen und «Schwiizerdütsch» hören

Mundartgesang werde im Unterschied zum traditionellen Gospel anders gesungen. Damit die Aussagen und Pointen verstanden werden, muss besonders deutlich artikuliert werden. «Noch wichtiger ist aber, dass bei einem Lied auf Berndütsch auch wirklich alle Berndütsch singen», sagt sie. Nur so entstehe eine einheitliche Aussprache.

Sidler hofft, dass sie mit ihrer Projektidee möglichst viele experimentfreudige Singende anlockt. «Neben den langjährigen Mitgliedern sind auch Neuzugänger herzlich willkommen», sagt sie. Bis jetzt hätten sich rund 45 Teilnehmer angemeldet. «Mit dieser Gruppe haben wir bereits ein gutes Stimmvolumen für unsere zwei geplanten Konzerte.»

Die beiden Konzerte finden jeweils im Rahmen eines Sonntags-Brunch statt. Das Publikum frühstücke gemütlich, während der Chor seine Lieder zum Besten gebe. Aussergewöhnlich und besonders aufregend ist für Sidler, dass eine Band und zwei Solisten die Auftritte bereichern werden.