Dietikon

Müde Anwohner dürfen günstiger essen – zusätzlich wird das lokale Gewerbe unterstützt

Das Gröbste ist vorbei: Die Nachtarbeiten im Dietiker Zentrum sind nach rund vier Wochen abgeschlossen.

Das Gröbste ist vorbei: Die Nachtarbeiten im Dietiker Zentrum sind nach rund vier Wochen abgeschlossen.

Der Lärm der Limmattalbahn-Baustelle im Dietiker Zentrum verursacht den Anwohnern schlaflose Nächte. Sie erhalten dafür Gutscheine, die sie in nahe gelegenen Restaurants einlösen können. Seitens der Bauherrschaft wird die Geduld der Anwohnenden geschätzt.

Das Erscheinungsbild der Strassen im Dietiker Zentrum ändert sich zurzeit fast täglich. Noch bis zum 16. August wird vor allem lautes Hämmern und Maschinenlärm zu hören sein. Verursacht wird die Geräuschkulisse von den Bauarbeitern auf der Intensivbaustelle der Limmattalbahn. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren, es werden provisorische Beläge gefräst und Schächte erstellt. Zusätzlich werden Schienen einbetoniert. Die Bauarbeiten im Schichtbetrieb begannen am 3. Juli. Seither sind die Anwohner rund um die Uhr einer hohen Lärmbelastung ausgesetzt. Doch der Ausnahmezustand ist für diesen Abschnitt nun grösstenteils überstanden.

«Die Nachtarbeiten wurden in der letzten Woche abgeschlossen», sagt Daniel Issler, Geschäftsführer der Limmattalbahn AG. Bisher sei alles nach Plan verlaufen. In den nächsten zwei Wochen würden noch Belags- und Fertigstellungsarbeiten stattfinden. Ein grosser Dank gelte allen am Bau Beteiligten und der Bevölkerung, die sich sehr flexibel zeige, sagt er.

Kleine Aufmerksamkeit im Briefkasten

Die Verantwortlichen der Limmattalbahn AG entschieden deshalb kürzlich, die Geduld
der Betroffenen zu belohnen. Darum befanden sich in den Briefkästen der Anwohner im unmittelbaren Umfeld der Intensivbaustelle jeweils zwei Gutscheine im Wert von 20 Franken. Die Bons wurden somit an direkt Betroffene verteilt, die stark von den Nachtarbeiten während der Intensivbaustelle in Dietikon betroffen waren. Einlösen kann man die Gutscheine in den Restaurants El Pablo, Pizza Pasta sowie in der Taverne zur Krone und im ­Molino. Bei jenen Gastronomen also, die in unmittelbarer Nähe der Baustelle wirten.

Daniel Issler.

Daniel Issler.

«Wir möchten mit der Aktion auch das lokale Gewerbe unterstützen», betont Issler. Die Rückmeldungen der Restaurants seien positiv ausgefallen. «Wir haben bei den direkt durch die Intensivbaustelle betroffenen Restaurants angefragt und von den vier Teilnehmenden positives Feedback erhalten», sagt er. Rabatte seien bei den Gastbetrieben keine angefragt worden. Die Limmattalbahn AG trage die Kosten für die Aktion alleine. Wie teuer die Danksagung die Limmattalbahn AG am Ende zu stehen kommen wird, lässt sich noch nicht abschätzen. «Das können wir aktuell nicht sagen, da wir dazu den Rücklauf abwarten müssen», so Issler. Man habe die Verteilaktion proaktiv geplant. «Wir stehen mit den Chefbauleiterinnen und Chefbauleitern in regem Austausch. Sie informieren uns, wenn ein Gebiet
besonders stark von den Bauarbeiten betroffen ist, wie ­beispielsweise von häufigen Nachtarbeiten.» Dann entscheide man gemeinsam, ob eine Verteilaktion angebracht sei.

Es ist nicht die erste Dankesaktion für die Anwohner. So gab es auch schon kleinere Danksagungen in Form von goldenen Schokoladenherzen. Solche kleine Geschenke an die Bevölkerung seien nicht fix eingeplant, sondern würden situativ im Austausch mit den Chefbauleiterinnen und Chefbauleitern gemacht, so Issler. Die verteilten Bons stünden auch nicht im Zusammenhang mit steigenden Reklamationen. Im Gegenteil. Die Bevölkerung zeige sich tolerant. «Es gab kaum Reklamationen. Wir schätzen die Geduld der Anwohnenden sehr», sagt Issler.

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