Schlieren
Motion fordert: Hündeler sollen an die kurze Leine

In Schlieren fordert der Quartierverein eine Leinenpflicht für Hunde auf Spielplätzen, bei Schulhäusern und in Parks.

Alex Rudolf
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Gehören Hunde in öffentlichen Parks bald an die Leine?

Gehören Hunde in öffentlichen Parks bald an die Leine?

az-Archiv

Hündeler, die ihren Vierbeinern auch hin und wieder leinenlosen Auslauf gewähren, dürfte diese Nachricht nicht freuen. In Schlieren könnte es damit nämlich bald vorbei sein. Denn eine Motion der Gemeinderatsfraktion des Quartiervereins (QV) verlangt, eine Leinenpflicht auf öffentlichen Spielplätzen, Schulhausanlagen und öffentlichen Parks einzuführen.

So sei es für viele Hundebesitzer selbstverständlich, ihre Hunde an den genannten Orten an der Leine zu führen. «Doch für viele eben auch nicht», schreibt Gemeinderat Jürg Naumann im Motionstext. Mitunterzeichnet haben ihn Gaby Niederer und Thomas Widmer.

So würden es etwa nicht alle spielenden Kinder toll finden, wenn freilaufende Hunde zwischen ihnen herumtollen. «Auch sehen es leider viele Hundebesitzer als selbstverständlich an, dass sich ihre Tiere an diesen Orten frei bewegen dürfen», heisst es weiter. Zum Glück sei es in Schlieren bis heute noch zu keinem tragischen Unfall mit freilaufenden Hunden gekommen, fügen die Motionäre an. «Wir denken, dass es auch nicht so weit kommen sollte.»

Die drei verlangen vom Stadtrat, die angesprochenen Regeln in die entsprechenden Verordnungen aufzunehmen und auch Bussengelder festzulegen. «Natürlich wäre es auch wünschenswert, wenn an den genannten Orten Hinweistafeln angebracht würden», heisst es im Motionstext.

Niemand werde gebüsst

Im Gegensatz zum Kanton Aargau, wo in Wäldern und am Waldrand zwischen April und Ende Juli eine Leinenpflicht gilt, überlässt der Kanton Zürich die Handhabung den Gemeinden. Einzig festgeschrieben ist, dass Hunde in öffentlich zugänglichen Gebäuden, auf verkehrsreichen Strassen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Bahnhöfen und Haltestellen und auch an entsprechend signalisierten Orten an der Leine geführt werden müssen.

«Die Kombination von Kindern und Hunden an einem Ort hat immer etwas Unberechenbares.»

Nicole Fritschi, Präsidentin Hundeklub Anubis

Auch haben Hunde ein Zutrittsverbot in Friedhöfen, Badeanstalten, Spiel- und Sportstätten und auf Pausenplätzen. Dass dem so ist und sich ihre Forderung teils damit überschneidet, sind sich auch die Motionäre bewusst. Doch mangle es an der Umsetzung. Denn: «Weder wird in Schlieren nach diesem Gesetz gelebt, noch werden fehlbare Hundehalter darauf aufmerksam gemacht oder gebüsst», schreiben die Motionäre.

Der für dieses Dossier verantwortliche Schlieremer Sicherheitsvorstand Pierre Dalcher (SVP) hat den Vorstoss schon erhalten und sagt, Abklärungen hätten in seinem Ressort bereits begonnen. «Da es sich dabei um ein emotionales Thema handelt, ist es zentral, dass wir die Ist-Situation und die Möglichkeiten erst abklären, bevor wir öffentlich Stellung nehmen», sagt Dalcher.

Wo sollen sie sich austoben?

Den Eindruck, dass die kantonalen Gesetze weder kontrolliert noch mittels Busse durchgesetzt werden, hat auch Nicole Fritschi. Sie ist Präsidentin des Schlieremer Hundeklubs Anubis und traf bei ihren Spaziergängen noch nie auf einen Polizisten, der Kontrollen durchführte. «So ist es auch klar, dass einige Halter unerlaubterweise auf die Leine verzichten, da ihnen keine Konsequenzen blühen.» Sie stehe voll und ganz hinter einer Leinenpflicht bei Schulhäusern und öffentlichen Sportanlagen. Denn die Kombination von Kindern und Hunden an einem Ort habe immer etwas Unberechenbares. Da könne ein Hund noch so gut erzogen sein. «Doch die Forderung, freilaufende Hunde auch in öffentlichen Parks zu verbieten, scheint mir extrem», sagt sie und fügt an: «Irgendwo müssen sich unsere Tiere noch austoben dürfen.»