Modelleisenbahn- und -autobörse

Modelleisenbahn- und -autobörse lässt nicht nur Kinderherzen höher schlagen

In der Dietiker Stadthalle fand die 58. Internationale Modelleisenbahn- und -autobörse statt. Den Organisatoren gibt der fehlende Nachwuchs unter den Jugendlichen zu denken. Noch ist die Nachfrage nach Modelleisenbahnen aber hoch.

Kaufen, verkaufen, tauschen oder einfach nur stöbern und fachsimpeln: Bereits zum 58. Mal boten rund 75 Aussteller aus der ganzen Schweiz in der Dietiker Stadthalle eine Riesenauswahl überwiegend gebrauchter Modellbahnen aller Spurgrössen und Modellautos an.

Schienen, Weichen, Signale, Leuchten, Oberleitungen, Fahrregler, fertige Häuser oder deren Bausätze und Bäume rundeten neben Literatur und Ersatzteilen das überaus grosse Angebot ab. Hier hatten die Modelleisenbahnfans die passende Gelegenheit, die Sachen zu finden, welche zur Ergänzung oder Erweiterung des Bestandes der Anlage noch fehlten.

Zudem stand ein Reparaturservice zur Verfügung. Selbst fürs bescheidenere Portemonnaie gabs das eine oder andere Häppchen. Dies alles liess nicht nur die Kinderherzen höherschlagen.

Nachwuchssorgen

Der pensionierte Dietiker Stadtkassier Rolf Hugger ist seit Kindsbeinen einer dieser angefressenen Hobbymodellbähnler: «Als Bub konnte ich leider nur die Kataloge bestaunen.» Von einer richtigen Modelleisenbahn habe er damals nur träumen können.

«Als 23-Jähriger kaufte ich meine ersten Loks und Wagen», sagt Hugger, der im Herbst 1981 mit dem vor elf Jahren verstorbenen Dietiker Polizisten Ernst Plattner die Dietiker Modelleisenbahnbörse ins Leben rief.

Glücklicherweise kann die Börse dank dem Sohn Marcel Plattner und Rolf Hugger weitergeführt werden. «Neben Bern und Birmensdorf waren wir unter den Ersten in der Schweiz», freut sich der Organisator. Diesmal präsentierte er auf einer langen Tischreihe erneut alles, was im weitesten Sinne mit Bahn zu tun hatte.

Weit mehr Sorgen bereitet Rolf Hugger der Nachwuchs. «Ein Teil der Jugendlichen hat heute eben ganz andere Interessen und Möglichkeiten, die Freizeit zu verbringen», ist Rolf Hugger überzeugt. Andererseits begeistern die Originalbahnen halt allemal. So hätten sich vor fünf Jahren an den Jubiläumsfeierlichkeiten zur Gotthardbahn etwa 75 000 Leute dafür interessiert.

Leuchtende Kinderaugen

Unter den jüngsten Besuchern war auch der achtjährige Laurin aus Zürich Altstetten. Er weilte mit seinem Vater Michael und seinem jüngeren Bruder Matteo in Dietikon. Sein Wunsch: eine Gotthardlokomotive Spur H0. Dafür trug er sein mühevoll erspartes Sackgeld bei sich.

Als der Bub hingegen die Lok kaufen wollte, bemerkte er, dass er das Sackgeld irgendwo in der Halle verloren hatte. So griff ihm schliesslich der Vater unter die Arme. Wie leuchteten Laurins Augen, als er die Gotthardlok in seinen Händen bewundern konnte: «Ja, ich freue mich mega, wenn ich dann mit der Gotthardlok spielen kann.»

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