Die neue Schuhfiliale von Chicorée werde das Dietiker Zentrum beleben, sagte Elio Frapolli, Präsident der Vereinigung Zentrum Dietikon (VDZ) im Frühjahr 2013 vor der Eröffnung voller Zuversicht. Und tatsächlich schien das Konzept des Billigladens vorerst gut anzukommen: Die günstigsten Schuhe kosteten 19 Franken, die teuersten 59 Franken. Direkt am ersten Tag konnten davon über 400 Paar verkauft werden. Das erstaunte sogar Chicorée-Gründer Jörg Weber, der damals gewerweisst hatte, ob Dietikon der richtige Standort für den ersten Chicorée-Schuladen sei.

Die anfängliche Euphorie war jedoch nur von kurzer Dauer. Nun – nach knapp zwei Jahren – steht Chicorée Shoes bereits wieder vor dem Aus. Die Filiale im Dietiker Löwenzentrum sowie die vier weiteren Standorte in der Schweiz werden per Ende 2015 umgewandelt oder geschlossen. «Die Läden erreichten nicht die gewünschte Rentabilität im von uns angestrebten Zeitraum», sagt Pascal Weber, der die Schuhgeschäfte leitet, auf Anfrage der Limmattaler Zeitung.

Der Schuhhandel und der Textilhandel hätten ihre eigenen Marktgesetzte, erklärt der ältere Sohn von Jörg Weber. Der Schuhmarkt sei bereits sehr hart umkämpft und auch stark gesättigt. «Wir haben das unterschätzt und wollen uns wieder auf unser Kerngeschäft konzentrieren.» An mehreren Standorten würden aber weiterhin Schuhe als Accessoires angeboten. So auch in Dietikon: Die Shoes-Filiale wird künftig als reguläre Chicorée-Filiale weitergeführt und ein verkleinertes Schuh-Sortiment führen.

Angestellte nehmen es gelassen

Für die Angestellten im Chicorée Shoes in Dietikon macht die Umstellung des Angebots keinen grossen Unterschied. «Wir sind sehr flexibel. Dann verkaufen wir eben mehr Kleidung und weniger Schuhe», sagt Verkäuferin Ljilja Nikic. Sie sehe das als neue Herausforderung, die sie gerne annehme. Dass in Dietikon sowohl Mode als auch Schuhwerk angeboten werde, komme ihrer Meinung nach bei den Kunden sehr gut an. Derzeit herrscht sowieso reger Betrieb im Laden, da auf alle Schuhe nochmals ein Rabatt von 50 Prozent vergeben wird. Viele Grössen seien gar schon ausverkauft. Hinzu komme das schlechte Wetter, das viele Limmattaler zum Einkaufen bewege.

Für Pascal Weber ist mit der geplanten Schliessung der Schuhfilialen ein guter Zeitpunkt gekommen, um sich neu auszurichten. Bereits jetzt ist er mit der Entwicklung von neuen Konzepten für bestehende und neue Geschäfte beschäftigt und wird die Leitung im Bereich Marketing und Kommunikation für Chicorée komplett übernehmen.

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