Mobilität
Konkurrenz für Mobility: Dietikon und Urdorf sind Teil eines neuen Testbetriebs für Mietautos

Während sechs Monaten testen die SBB und der Autovermieter Enterprise Schweiz ihre Mietfahrzeuge auf Bestellung an Bahnhöfen im Grossraum Zürich. Die digitale Abwicklung über eine App erinnert an den Platzhirsch Mobility.

Florian Schmitz
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Die in der App reservierten Autos können auf den Park+Rail-Anlagen in Dietikon oder Urdorf abgeholt und mit dem Handy entsperrt werden.

Die in der App reservierten Autos können auf den Park+Rail-Anlagen in Dietikon oder Urdorf abgeholt und mit dem Handy entsperrt werden.

zvg

Im Juni kündigte der Autovermieter Enterprise Schweiz nach einer einjährigen Testphase eine Partnerschaft mit den SBB an. Im nächsten halben Jahr werden die Mietautos von Enterprise testweise auch vermehrt an Bahnhöfen im Grossraum Zürich anzutreffen sein, wie das Unternehmen mitteilt. In der Region sind die Bahnhöfe Dietikon und Urdorf Teil des Tests. Dabei will der Autovermieter Mietfahrzeuge zusammen mit dem öffentlichen Verkehr vermehrt als Alternative zum Zweitauto etablieren.

Das Mietmodell «Enterprise Go» erinnert an Mobility, das in vielen Schweizer Städten nicht nur an Bahnhöfen prominent vertreten ist. Nutzerinnen und Nutzer können ihre Mietfahrzeuge über eine eigene App reservieren und auf der Park+Rail-Anlage am Bahnhof ihrer Wahl abholen. Dabei wird das Handy genutzt, um die Autos zu entriegeln. Im Gegensatz zu vielen klassischen Autovermietern läuft alles, ähnlich wie bei Mobility, selbstständig und ohne Gang an einen Schalter ab.

«Wir reagieren auf die hohe Nachfrage nach Mietfahrzeugen und bieten eine echte Alternative zum persönlichen Zweitauto», wird Thierry Gavoille, Mitglied der Geschäftsleitung von Helvetic Motion zitiert. Das Unternehmen mit Sitz in Kloten hält in der Schweiz die Lizenz für die Marke Enterprise.

Ein Mietauto ersetzt laut Studien elf private Fahrzeuge

Das eigene Konzept sei eine perfekte Ergänzung des langjährigen SBB Partners Mobility, sagte Gavoille bei der Ankündigung der Partnerschaft mit den SBB. Das Mobility-Angebot sei stärker auf Kurzzeitmieten ausgelegt. Bei Enterprise Go beträgt die Mindestmiete hingegen sechs Stunden und im Gegensatz zu Mobility werden die gefahrenen Kilometer nicht einzeln abgerechnet, sondern sind unbegrenzt im Preis enthalten. Zum Vergleich: Eine Tagesmiete für die günstigste Kategorie kostet gut 86 Franken. Bei Mobility kostet die billigste Tagesmiete mit 50 gefahrenen Kilometern gut 76 Franken, bei 100 Kilometern sind es 106 Franken.

In seiner Mitteilung verweist Enterprise darauf, dass Mietfahrzeuge den Stadtverkehr entlasten. «Gemäss jüngsten Studien zur Shared Economy ersetzt ein einzelnes Mietfahrzeug rund elf Besitzfahrzeuge.» Auch seitens der SBB heisst es, die Partnerschaft mit Enterprise Schweiz stärke den öffentlichen Verkehr, wie Peter Frey, Projektleiter Carsharing bei der SBB, zitiert wird. «Eine Vielfalt von öffentlich zugänglichen Mobilitätsangeboten bietet jedem die Chance, sich vom eigenen (Zweit-)Auto zu trennen.»

Nach dem sechsmonatigen Test im Grossraum Zürich wollen Enterprise Schweiz und SBB ihr Angebot schweizweit ausbauen, wie es weiter heisst.