Es ist 25 Grad warm und die Sonne scheint. Der Winter ist noch weit entfernt. Und doch hängen gestern und heute zwei Fassadenkletterer bereits die Weihnachtsbeleuchtung am Einkaufszentrum Lilie in Schlieren auf. «Jetzt sind die Montagefirmen noch nicht im Weihnachtsstress», erklärt die Kommunikations- und Marketingleiterin Ayda Ergez die frühe Bauphase. Die Fixinstallation, die mehrere Jahre hängen bleibt, kostet rund 50'000 Franken. «Es ist eine langfristige Investition», sagt Ergez.

Gefährliche Situationen gewohnt

Zwei Tage dauert die Installation der Lichterleisten. Fassadenkletterer Röbi Küttel sichert die Seile, während sein Kollege in luftiger Höhe die Aluminiumprofile anbringt. «Wir arbeiten immer zu zweit. Im Notfall kann ich ihm zu Hilfe eilen», sagt Küttel. Die Arbeit an der Fassade des Shoppingcenters sei aber relativ einfach.

Der Chefmonteur der Schweizer Fahne, die oberhalb Vitznau LU am Felsen hängt, ist sich gefährliche Situationen gewohnt. «Wenn wir draussen am Felsen arbeiten, haben wir es mit verschiedenen Naturgewalten zu tun. Das sind sehr komplexe Installationen», erklärt Küttel.

Auf dem Dach des Coop-Restaurants liegen mehrere Dutzend Leisten bereit. Fleissig schrauben drei Männer die 6500 LED-Lämpchen in die Lochleisten. «Im Vergleich zu normalen Glühlämpchen brauchen die LED-Leuchten viel weniger Strom und halten voraussichtlich bis zu zehn Jahren», erklärt Christoph Hagedorn von der Firma Dekoplus die Vorteile dieser Beleuchtung. Mit normalen Lämpchen müsste man pro Jahr mit zehn bis zwanzig Prozent Ausfall rechnen. «Da dies eine fixe Installation ist, lohnt sich der Einsatz von LED aber enorm», so Hagedorn.

Weihnachten einmal anders

«Wir möchten dieses Jahr eine Traumweihnacht herbeizaubern», sagt Ergez. Die früheren klassischen Sujets seien zwar nett gewesen. Aber ein Sternenhimmel mit Tausenden von Lichtern wecke die Weihnachtsgefühle der Menschen mehr als ein paar beleuchtete Bäumchen. «Mit diesem Lichtermeer möchten wir die Gefühle der Leute auf eine andere Art ansprechen», sagt Ergez.

Wenn alles wie geplant läuft, findet heute Abend ein erster Testlauf statt. Die Weihnachtsbeleuchtung wird offiziell aber erst ab Mitte November im Einsatz sein. «Nach dem Dreikönigstag am 6. Januar ist dann wieder Schluss», so Ergez. Die Installation aber bleibt hängen. «Das ist jetzt unsere neue Weihnachtsdeko.»