Gubrist-Ausbau
Mitte 2018 soll die Verwandlung in Weiningen starten

Zwei Projekte für gut 20 Millionen Franken verändern bis 2021 die Ortsdurchfahrt. Nun ist die Planung fertig

David Egger
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Muss weg: die Linde mitten in Weiningen. Sie wird während der Bauarbeiten ersetzt. Grund: Der Baum ist krank.Sandro Zimmerli

Muss weg: die Linde mitten in Weiningen. Sie wird während der Bauarbeiten ersetzt. Grund: Der Baum ist krank.Sandro Zimmerli

Sandro Zimmerli

Die flankierenden Massnahmen, die der Ausbau der Nordumfahrung (dritte Gubrist-Röhre) mit sich bringt, kommen Schritt für Schritt ihrer Umsetzung näher. Schon im Februar machen sich am westlichen Teil der Zürcherstrasse in Unterengstringen die Bauarbeiter zu schaffen: Zuerst sanieren sie die Wasserleitungen während zweier Monate. Danach wird die Zürcherstrasse von April bis Oktober saniert und umgestaltet, vom Kreisel West (beim aktuellen Gemeindehaus) bis nach Weiningen.

Auch hier geht es vorwärts: Noch bis 6. Februar liegen zwei dicke Dossiers mit den detaillierten Plänen der zwei Weininger Strassenprojekte im Gemeindehaus auf. Eines betrifft die Zürcherstrasse Richtung Unterengstringen. Für diese Strasse ist die Gemeinde zuständig.

Zuerst wird aber das Projekt des Kantons realisiert: Hier geht es um die Achse Dietikon–Regensdorf, von der Umfahrungsstrasse bei der Autobahnbrücke bis zur Rebbergstrasse am nördlichen Dorfrand.

Beginnen wir im Süden, bei der Dietikonerstrasse: Ab der Kreuzung von Dietikonerstrasse und Umfahrungsstrasse wird das Trottoir auf der westlichen Strassenseite von 2 auf 2,75 Meter verbreitert. Heute handelt es sich um einen Gehweg, auf dem zwar auch Velos erlaubt sind, der aber die Normen für einen Rad- und Gehweg gar nicht erfüllt.

Dann weiter in Richtung Dorf: Die Tempo-50-Tafel am Dorfrand wird einige Meter weiter nach Süden versetzt. Auf dieser Höhe wird neu eine Mittelinsel erstellt. Darum fährt man einen leichten Bogen und bremst eher ab. Daher der Name: Ein- und Ausfahrtsbremse.

Dann zur Kreuzung, bei der man links zum Oberstufenschulhaus abbiegt: Der dortige Fussgängerstreifen wird ebenfalls weiter nach Süden versetzt und erhält eine Schutzinsel in der Strassenmitte. Damit die Velofahrer vom Rad- und Gehweg auf die andere Strassenseite wechseln können, erhalten auch sie in der Strassenmitte einen geschützten Raum: eine Querungshilfe.

Die Abbiegespuren verschwinden

Weiter zum Lindenplatz: Die Bushaltestelle wird umgebaut zu einer Fahrbahnhaltestelle. Die alten Busbuchten verschwinden. Die neue Haltestelle wird behindertengerecht ausgestaltet und für die Benutzung von Gelenkbussen ausgelegt. Eine besonders grosse Änderung betrifft dann die Zufahrt zur Lindenkreuzung: Hier gibt es künftig keine Abbiegespuren mehr, sowohl Badener-, Regensdorfer- als auch Zürcherstrasse verfügen nur noch über eine Spur pro Fahrtrichtung.

Neue Linde steht weiter nördlich

Die Linde in der Mitte der Kreuzung weist gemäss den Planunterlagen einen schlechten Gesundheitszustand auf – respektive ist morsch – und muss daher ersetzt werden. Als Ersatz ist eine bereits gross gewachsene Linde vorgesehen. Diese wird etwa vier Meter weiter nördlich zu stehen kommen als die heutige. Zudem wird der Verkehr über die Lindenkreuzung künftig durch eine neue Lichtsignalanlage geregelt.

Anders als noch im Betriebs- und Gestaltungskonzept vorgesehen, wird auf der Regensdorferstrasse keine Fussgängerschutzinsel realisiert. Der Grund: ein ungünstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Im Bereich von Dietikoner-, Badener- und Regensdorferstrasse kommt es zudem zu einer Umgestaltung, die das Betriebs- und Gestaltungskonzept schon länger vorsieht: Mehrere Plätze erhalten eine Natursteinpflästerung, namentlich beim Gemeindehaus, beim Brunnen an der Badenerstrasse 32, beim Schlössli und bei der Kirche. Die Pflästerung dehnt sich bis zum Strassenrand aus.

Damit zur Zürcherstrasse, für die die Gemeinde zuständig ist: An deren Linienführung ändert sich wenig. Aber ebenfalls sind Fahrbahnhaltestellen geplant. Die Busbuchten der beiden Haltestellen Ausserdorf werden also aufgehoben.

Erwerb von privatem Land nötig

Beide Grossprojekte enthalten noch viele weitere Details, so wird zum Beispiel die Swisscom gewisse Leitungen erneuern. Auch Landerwerbe sind nötig, um sie zu realisieren. Der Kanton muss total 705 Quadratmeter Land von über 20 Grundeigentümern kaufen. Davon gehören 74 Quadratmeter der Politischen Gemeinde, der Rest ist in Privatbesitz. Die Gemeinde braucht von einem Eigentümer 21 Quadratmeter Land. Manche Grundeigentümer können aufgrund der neuen Strassenführung auch Land vom Kanton respektive der Gemeinde erwerben.

Alles zusammen kostet 19,21 Millionen Franken. Das Kantonsprojekt kostet 10,415 Millionen Franken. Eine weitere Million zahlt die Gemeinde dem Kanton, unter anderem für die Ein- und Ausfahrtsbremse sowie die Pflästerung, die auf kantonalem Land anfällt. Über diesen Betrag stimmt die Gemeindeversammlung am 8. Juni ab. Weitere 3,09 Millionen Franken kosten die Gemeinde unter anderem die Wasserleitungen, Kanalisationsleitungen und die Strassenraumgestaltung auf Grundstücken Dritter.

Und schliesslich sind für die Umgestaltung der Zürcherstrasse 4,7 Millionen Franken aus der Gemeindekasse nötig, darin enthalten sind auch Wasserleitungen und Kanalisationsleitungen. Der Strassenbau allein macht bei diesem Projekt 2,57 Millionen Franken aus.

Mitte 2018 sollen auf den Kantonsstrassen die Bauarbeiten starten. Sie dauern voraussichtlich bis Frühjahr 2020. Dann sollen die Bauarbeiten an der Zürcherstrasse beginnen. Ab Frühjahr 2021 soll dann der Verkehr durchs verwandelte Dorf rollen.