An Samstag zog Conny Kummer alle Blicke auf sich: Am Beckenrand des Uitiker Hallenbads stehend, war sie beim Differenzschwimmen dafür verantwortlich, dass ihr Startschuss erst dann fiel, wenn alle bereit waren – zu Land und zu Wasser. Die Bademeisterin aus Oberengstringen war eine von rund 20 Helferinnen und Helfern, die den Anlass ehrenamtlich unterstützten. Und das mit viel Elan. Kummer feuerte die Teilnehmenden an und gab ihnen immer wieder Tipps. Es ist bereits das fünfte Mal in Folge, dass sie an diesem Wettkampf dabei war. «Die Stimmung unter allen Anwesenden ist immer eine Freude», sagte Kummer.

Es ist eine Begeisterung, die allen Helfenden anzusehen war. «Wir könnten diesen Anlass ohne die Menschen, die freiwillig einen Tag opfern und mithelfen, gar nicht auf die Beine stellen», sagt Elsbeth Fuhrer. Sie ist die technische Leiterin des Vereins PluSport Behindertensport Limmattal, der verschiedene Angebote für Menschen mit Handicap in der Region anbietet. Das Differenzschwimmen ist einer der Höhepunkte im Jahr. Teilnehmer aus der ganzen Schweiz reisen jeweils an. «In diesem Jahr haben wir 102 Teilnehmende verschiedenster Alterskategorien», sagte Fuhrer stolz.

Ein eingespieltes Team

Fuhrer zählte für den reibungslosen Ablauf auf ein eingespieltes Team. Etwa auf ihre Tochter Nathalie Dietiker-Fuhrer. Sie gehört zum festen Kern der freiwilligen Helferinnen und Helfer und stoppte die Zeit auf den Strecken. Es waren wahlweise 25, 50 oder 100 Meter, die die Teilnehmenden per Brust-, Kraul- oder Rückenschwimmen zurücklegten. Für Dietiker-Fuhrer ist das Mithelfen eine Ehrensache. «Die Motivation von all den Menschen zu spüren, ist immer wieder faszinierend. Zudem unterstütze ich meine Mutter immer gerne», sagte sie.

War die Zeit notiert, landete sie schliesslich bei Roland Aeschlimann, der das Rechnungsbüro führte. «Ich bin seit zehn Jahren beim Differenzschwimmen dabei und helfe immer wieder gerne», sagte er. Er zeigte sich beeindruckt vom Talent der Schwimmerinnen und Schwimmer. Sie alle traten gegen sich selber an und das Ziel war, in zwei Durchgängen gleichschnell zu sein. Aus diesen beiden Zeiten erstellte Aeschlimann die Rangliste. «Oftmals liegt die Differenz unter einer Sekunde. Das finde ich immer wieder erstaunlich», sagte der Oberengstringer.

Der Verein legt neben dem Sport auch Wert auf das gesellige Zusammensein. Zwischen den Durchgängen wurde daher für das leibliche Wohl gesorgt. Der Zürcher Heinz Lutz, ein aktives Vereinsmitglied bei PluSport Behindertensport Limmattal, gehörte gemeinsam mit seiner Frau Monica zum Team, das Bratwürste und Kuchen für einen kleinen Betrag verkaufte. «So ein Anlass wie heute ist wichtig und die Arbeit gibt uns Freiwilligen auch viel zurück», sagte er.

Für die Teilnehmenden selbst gab es am Schluss des Wettkampfes eine Medaille und einen Schoggi-Osterhasen, bevor sie sich müde, aber erfüllt wieder auf den Heimweg machten. «Ich wünsche mir, dass die Freiwilligenarbeit wieder mehr Aufmerksamkeit erhält», sagte Fuhrer. Denn es werde zunehmend schwieriger, Personen zu finden, die ehrenamtlich tätig sein möchten. Für viele Organisationen und Vereine, gerade im sozialen Bereich, ist diese Hilfe unerlässlich. Bademeisterin Kummer bringt es auf den Punkt: «Freiwilligenarbeit ist absolut wichtig für unsere Gesellschaft.»