Der Komponist George Gershwin hat bereits Jazz und Klassik gemischt, aber gleich vier Flügel hatte er beim Komponieren wohl nicht vor Augen. Für diese Erweiterung sorgt das Gershwin Piano Quartett.

Die Pianisten André Desponds, Mischa Cheung, Benjamin Engeli und Stefan Wirth bauen oft auf Gershwins Kompositionen auf, arrangieren sie aber neu und holen so Erstaunliches aus den vier Instrumenten heraus.

Gut 350 Besucher hörten sich am Freitagabend das spektakuläre Konzert in der reformierten Kirche Schlieren an. Die vier Starpianisten waren einer Einladung der Kulturkomission gefolgt.

«Unser Anspruch an die Kulturkommission ist hoch aber dies ist sicher ein Höhepunkt im Programm», meinte Stadtpräsident Toni Brühlmann. «Ich finde es toll, dass diese Qualität von der Bevölkerung auch geschätzt wird.»

Aus der ganzen Welt

Neben Gershwin bedient sich das Quartett auch bei anderen Komponisten: Viele der zugrundeliegenden Originalkompositionen stammten auch aus Russland oder Nord- und Südamerika.

Für angenehme Abwechslung sorgten auch die diversen Solostücke, welche sich thematisch harmonisch ins Programm einfügten. Dies, obwohl die vier Musiker einen unterschiedlichen Hintergrund haben, wie Stefan Wirth erklärte.

«Bei Gershwin haben wir uns gefunden, nach dem wir uns ja auch benannt haben.» Dieser wagte anfangs des letzten Jahrhunderts den Schritt, afroamerikanische mit zeitgenössischer symphonischer Musik zu vermischen. Er gilt daher als einer der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Während die meisten Stücke von nur einem Musiker arrangiert werden, haben bei «Petruschka» von Igor Strawinski gleich alle vier Pianisten Hand angelegt und dem Stück ein völlig neues Gewand verliehen.

«Sensationell und virtuos»

Auch das als Filmmusik bekannte «Leutnant Kishe» von Sergei Prokofjew war Teil des umfassenden Repertoires. Als Grundraster für ein weiteres Arrangement dienten die beiden Stücke «Vocalise» und «Tarantella» von Sergei Rachmaninov.

«Es war einfach sensationell, so virtuos», strahlte die Besucherin Anneliese Frei. «Das Konzert hat mich an meine Jugendzeit erinnert, ich mag die Kombination von Klassik und Jazz sehr.»

Auch Franz Carl Röhmer, ein weiterer Besucher, zeigte sich begeistert: «Einfach umwerfend, wie die Musiker zusammenspielen und verschiedene Zitate zu etwas Neuem zusammenführen.»

Nicht nur an den Tasten zeigten die vier Musiker ihre Fähigkeiten, auch ein feiner musikalischer Humor fand immer wieder Platz. Ob zwischendurch ein Triangel ertönte oder der Flügel als Perkussionsinstrument verwendet wurde – Abwechslung und Überraschung prägten das qualitativ hochstehende Konzert.

«Das ganze Konzert war sehr spannungsvoll», lobten die Besucher Lilo Treyer und Kurt Prestel. «Diese Kombination mit vier Flügeln hört man sonst selten.»