Neubau

Mit viel Druck fliesst jetzt das Wasser vom Gubrist herab – das Reservoir ist fertig

Die Fertigstellung des Weininger Wasserreservoirs im Gebiet Holeeberen verlief einwandfrei, ausser dass Leitungen in die Brüche gingen.

Der Neubau des Wasserreservoirs beim Gubrist ist fertiggestellt. Das blaue Gold im Gebiet Holeeberen wurde vom kantonalen Labor beprobt und freigegeben. Bereits im Juni konnten die Leitungen sukzessive an das Netz angeschlossen werden. Jetzt fehlen noch die letzten Reinigungsarbeiten. Durch ein kleines rundes Guckloch schimmert das Wasser hellblau. Es ist seelenruhig. Bei Bedarf kann ein kleiner Scheibenwischer Kalkablagerungen und andere Rückstände aufgrund von Temperaturschwankungen vom Gucklochfenster wegwischen. 600 Kubikmeter Wasser befinden sich total in den zwei Kammern.

Die Bauarbeiten verliefen trotz der Coronapandemie ohne grössere Probleme. Auch nach dem Test im Januar, ob alles dicht ist, waren keine Nachbesserungen nötig. Der Spatenstich war im Mai 2019 erfolgt. «Es ist ein gelungenes Projekt und wie es aussieht, gibt es auch in Sachen Budget eine Punktlandung», sagt Joël Inniger, Leiter Tiefbau und Werke der Gemeinde Weiningen.

Über das Vorhaben wurde 2018 abgestimmt. Das Weiniger Volk stimmte dem Neubau zu. Damit stand dem Projekt, das insgesamt 3,9 Millionen Franken kostete, nichts mehr im Weg. Die Wasserversorgung Weiningen ist mit dem Reservoir und den gemeindeeigenen Quellen auf dem modernsten und neusten Stand. Ein Problem bestand vor dem Neubau darin, dass der Wasserdruck in den hoch gelegenen Weininger Gebieten nicht mehr ausreichte. Der Druck war zu niedrig, um auch den Brandschutzbestimmungen der kantonalen Gebäudeversicherung gerecht zu werden. Der Wasserdruck wurde nun von 2 bis 5 bar auf bis zu maximal 9 bis 11 bar erhöht.

Altes Holz hinterlässt kleine Löcher in den Leitungen

180 Liegenschaften im oberen Teil von Weiningen profitieren von dem ausreichenden Wasserdruck. Diese Umstellung im Mai hatte aber auch dafür gesorgt, dass es bei sechs Hauptleitungen und zwölf Hausleitungen zu einem Wasserrohrbruch kam. Ein Problem sei, dass in früheren Jahren unter die Leitungen meistens ein Holzstück gelegt wurde. Mit den Jahren verursachten diese sogenannten Lochfrass und es entstanden kleine Löcher. Der höhere Wasserdruck vermochte diese Holzabdeckungen nun zu lösen, sodass es zu den Wasserrohrbrüchen kam, erklärt Inniger.

Hier können Sie die Pläne des Reservoirs einsehen:

«Wir haben nach der Fertigstellung meistens positive Reaktionen bekommen, ausser bei diesen Leitungsbrüchen in den privaten Liegenschaften, da hatten die Eigentümer natürlich keine Freude», sagt er. Weiningen ist in Sachen Wasserversorgung nun zweigeteilt. Die oberen Zonen bis runter zur Kirchstrasse und zur Friedhofstrasse sind mit dem neuen Reservoir verbunden.
Zu erstellen ist noch eine neue Leitung in der Hogerwiesstrasse. Denn die jetzige Leitung stammt aus dem Jahr 1968. Sie würde dem neuen Wasserdruck von Anfang an nicht standhalten, sagt Inniger. Im September müsse deshalb dieses Leitungsrohr zuerst ausgewechselt werden.

Von dem neuen Wasserreservoir profitiert auch Unterengstringen. Die Gemeinde kaufte sich in das Projekt ein, die Gemeindeversammlung hatte für den Bau 540000 Franken bewilligt. Während für den Unterhalt und die Anlage die Gemeinde Weiningen zuständig ist, bezahlt Unterengstringen jährlich für das Wasser. Benötigt werden 50 Kubikmeter. Weitere 400 Kubikmeter Brauchwasser fliessen nach Weiningen. Weitere 150 Kubikmeter entfallen
auf die notwendigen Löschwasserreserven. Die Gemeinden profitieren von der Zusammenarbeit, weil ihnen dadurch auch Subventionen vom kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) zugesichert wurden.

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