Birmensdorf

Mit Spass und Schweiss für die Natur im Einsatz

Am Naturpflegetag des Natur- und Vogelschutzvereins in Birmensdorf wurde hart gearbeitet und viel gelacht. 30 Personen, darunter viele Kinder und Jugendliche, schnitten, gruben und hackten, was das Zeug hält.

Ruhig liegt das eingezäunte Stück Land zwischen all den Mehrfamilienhäusern da, nur ab und zu rattert ein Zug vorbei. Jetzt im März schläft die Natur noch und so sind nur ein paar Vögel zu hören, die in den Bäumen und Sträuchern sitzen und auf den Frühling warten. Doch auf einmal kommt Bewegung in die Szene, Menschen mit Werkzeug, Handschuhen und Rucksäcken tauchen auf. Wenig später stehen sie alle verteilt in den Brombeerranken und dem liegenden Schilf und schneiden, graben und hacken, was das Zeug hält.

Risiloch und Naturgarten Wulikon

Es ist wieder Naturpflegetag in Birmensdorf. Jedes Jahr im März - und noch ein zweites Mal im September - ziehen Freiwillige los, um die Naturschätze in ihrer Gemeinde zu pflegen und zu erhalten. Als erstes geht es zum Risiloch, einem Schutzgebiet mitten in der Milchbuck-Überbauung; nach dem gemeinsamen Mittagessen steht dann die Pflege des Naturgartens Wulikon auf dem Programm. Durchgeführt wird das Ganze vom Natur- und Vogelschutzverein Birmensdorf (NVVB), der seit bald 80 Jahren zur Flora und Fauna der Gemeinde schaut.

Im Risiloch liegt in dieser Jahreszeit das Schilf braun und verdorrt am Boden, die Büsche sind noch kahl. Das einzige Grün ist das Grün der Brombeerranken. Und die sind überall. «Den Brombeeren gefällt es hier ausserordentlich gut», meint Josef Senn, Verantwortlicher für Naturschutz und Kurswesen des NVVB. Die Brombeeren mitsamt den Wurzeln auszureissen ist eine der Hauptaufgaben an diesem Vormittag. Auch die roten Stauden des Hartriegels müssen inklusive Wurzeln ausgegraben werden, um dem Überwuchern des Feuchtgebietes vorzubeugen. Beginnt man erst einmal mit dieser Arbeit, scheinen die Ranken und Stauden auf einmal überall zu sein. «Eine Sisyphusarbeit ist das, im nächsten Frühling sieht es ja doch wieder gleich aus», hört man da und dort. Und doch scheint die Arbeit allen Freude zu machen.

Viele Kinder und Jugendliche

Knappe dreissig Personen sind dieses Jahr am Naturpflegetag mit dabei, darunter auffallend viele Kinder. «Die Jugendgruppe ist das Beste, was dem Verein passieren konnte», findet Anne Semadeni, die zusammen mit Evelyn Schulle für die Jugendarbeit des NVVB zuständig ist. «Wir haben heute wieder mehr Familien, die mitmachen und so für eine Belebung sorgen, von der alle profitieren», sagt sie. Die gute Altersdurchmischung scheint zu funktionieren: Da werden Wildbienenhotels und Osterschmuck gebastelt, dort Stämme zersägt und Haufen zusammengetragen; überall wird gelacht und einander geholfen. «Mit rund 450 Mitgliedern sind wir Birmensdorfs grösster Verein», erklärt Josef Senn. Die Natur scheint vielen am Herzen zu liegen. «An Anlässe wie den Naturpflegetag kommen aber jeweils nur etwa 25 Personen, dafür sind es bei den Vorträgen, die wir zweimal jährlich durchführen, bis zu 60 Interessierte».

Die Pflege des Naturschutzgebiets Risiloch wurde dem Natur- und Vogelschutzverein von der Baugenossenschaft Milchbuck übertragen. Und wenn auch weiterhin so viele motivierte Naturfreunde bei der Pflege mithelfen, wird dieses Naturschutzjuwel sicher noch lange bestehen.

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