Dietikon
Mit Sonnenenergie intelligent Strom produzieren – dank eigener Photovoltaikanlage

Immer mehr Hauseigentümer leisten sich eine eigene Photovoltaikanlage. Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) haben in Dietikon eine Steuerung vorgestellt, die deren Nutzung optimieren soll.

Tobias Bolli
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Erich Burri ist sichtlich zufrieden mit der neu installierten Steuerung. Sie hilft bei der Verwaltung der Sonnenenergie.

Erich Burri ist sichtlich zufrieden mit der neu installierten Steuerung. Sie hilft bei der Verwaltung der Sonnenenergie.

Tobias Bolli

Allenthalben sieht man sie heutzutage im Sonnenlicht funkeln: mit Solarzellen bestückte Hausdächer. Photovoltaik liegt im Trend. Der grosszügig geäufnete Subventions-Topf mag dazu beigetragen haben, vielleicht auch die romantische Vorstellung eines selbstversorgenden Eigenheims.

Stellt man eine kühle Kosten-Nutzen-Rechnung an, lohnen sich die ultramarinblauen Panels kaum. Zu teuer sind immer noch die Anschaffungskosten, rund 20 Jahre wird man warten müssen, bis sie sich amortisiert haben. Da macht es Sinn, die eingefangenen Sonnenstrahlen optimal zu nutzen.

Erich Burri aus Dietikon strahlt über beide Backen als er seine von den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) installierte Steuerung zeigt. Diese soll den Stromverbrauch intelligent verwalten und dabei Rücksicht auf die aktuelle Energieproduktion nehmen. «Sicher hat die Begeisterung für Sonnenergie auch etwas mit Idealismus zu tun. Aber es heisst ja, man solle etwas für die Umwelt tun», so Burri. Gerade ist das Wetter etwas trist in Dietikon. Idealisten wie Burri nehmen das gelassen. Die Sonne kann sich ja nicht ewig verstecken.

Viel Optimierungspotenzial

Um für ihr Produkt noch weitere Kunden zu gewinnen, hat die EKZ in Dietikon zu einer Präsentation geladen. «Hat man sich für eine Photovoltaikanlage entschieden, sollte man die selbst gewonnene Energie auch möglichst nutzen», sagt Michael Koller, Leiter Technologiemanagement. Zwar lässt sich der Strom auch ins Netz zurückspeisen, doch fällt die Rückvergütung vergleichsweise bescheiden aus. Konkret macht es also Sinn, für den Betrieb des Boilers ein paar Sonnenstrahlen abzuwarten – anstatt in tiefster Nacht dafür das Stromnetz anzuzapfen.

Der durchschnittliche Eigenverbrauchsanteil von Hauseigentümern liegt heute bei gerade mal 20 bis 30 Prozent, so Koller. Es besteht also noch Optimierungspotenzial. Wird etwa der stromhungrige Boiler durch die Steuerung der EKZ verwaltet, lässt sich der Eigenverbrauchsanteil auf etwa 40 Prozent steigern. Mit zusätzlicher Batterie, die ein flexibles Management aller Verbrauchergeräte erlaubt, können bereits 60 Prozent des Verbrauchs vom Eigenstrom gedeckt werden.

Nach der theoretischen Einführung zeigte Evangelos Vrettos, Leiter Technologiemanagement, eine praktische Demonstration. Sichtlich stolz präsentierte er die etwa Znüni-Box-grosse Steuerung und eine für die Anlage eigens umfunktionierte Tesla-Batterie. Heizstrahler mimten dabei Verbrauchergeräte. «Diese können mit der ‹einfachSolar Steuerung› bei bestehender Internetverbindung sogar vom Sandstrand aus bedient werden», sagt Vrettos schmunzelnd.

Zwar sind die Kosten für Batterien in den letzten Jahren markant gesunken. Der Einsatz im Heimgebrauch ist aber eher etwas für Idealisten. Er werde sich selbst im besten Fall nicht amortisieren, hat Vrettos bei seiner Präsentation eingeräumt. Trotzdem braucht es zahlungswillige Kunden, um diese vielversprechende Technologie den Kinderschuhen entwachsen zu lassen.

Zum Abschluss zeigte Vrettos die Bedienungsoberfläche, die dem Kunden einen Einblick in einschlägige Parameter erlaubt. Bunte Kurven zeigen die Stromproduktion, zackige Berge den Verbrauch. Mithilfe der Menus lassen sich die Geräte auch manuell ansteuern oder per Zeitschaltuhr programmieren. Bis jetzt kann aber nur der Boiler und die Wärmepumpe von der «einfachSolar Steuerung» kontrolliert werden. Weitere Verbraucher – wie Geschirrspüler, Waschmaschine oder die Ladestation für das Elektroauto – sollen später dazukommen.