Das Gute muss doch nahe liegen, haben wir uns gedacht, und haben kurzerhand das Limmattal als Schneesportregion ausgetestet. Und siehe da: Man kann auch vor der Haustüre Schneewanderungen wie in Adelboden unternehmen, kann hier Schlittschuh fahren wie in Davos und Schlitteln und Skifahren wie in Verbier - drei Erfahrungsberichte.

Egelsee Bergdietikon

Der Schnee knarzt und knirscht unter den Sohlen wie wurmstichiges Parkett. Der Trampelpfad vom Schützenhaus Bergdietikon Richtung Waldrand zieht sich über die Kuppe. Das Weiss des Schnees macht einem fast blind, verklärt den Blick. Die schwer behangenen Tannäste, die Sonne, die verzweifelt an die Wolkenwand drückt. Herrlich. Selbst Hundepisse sieht in dieser Märchenlandschaft schön aus; wie auf ein weisses Daunenkissen gestickte Goldfäden.

Wir schlurfen den Waldweg hoch, die Steigung ist schweisstreibend. Gut 20 Minuten, hatte ein Kollege gesagt, länger dauere es nicht, bis zum Egelsee zu gelangen. Das war optimistisch. Nicht nur, dass der wadenhohe Schnee das Ganze verzögert, ebendieser verlockt einem auch zu allerlei Blödsinn. Engeli im Schnee, Baumlawinen stürzen lassen und so.

Es dauert rund Dreiviertelstunden, bis wir am Ufer stehen, von dem man vor lauter Schnee und Eis nicht recht weiss, wo es anfängt und wo es aufhört. Der Schnee hat sich wie ein Schlafsack über jedes einzelne Gras gestülpt, die kämpfende Sonne lässt kurz die Kristalle glitzern. Würden nicht die Flieger fauchend den Himmel über uns kreuzen, es wäre totenstill. Hier möchte man gern bleiben, ein bisschen den Gedanken nachhängen. Aber uns auf die ebenfalls gut eingepackten Bänkli zu setzen, dafür ist es uns dann doch zu kalt. Wir kehren um, zurück ins Büro - mächtig erholt für eineinhalb Stunden.

Wo : oberhalb von Bergdietikon
Infos : www.bergdietikon.ch


Eisbahn Urdorf

«Ein Mal Grösse 40, bitte.» Lieber eine Nummer grösser als nötig, unbequem sind Schlittschuhe schon per se. Die Dame an der Kasse ist unerbittlich: Auch wenn die Volontärin für den Zeitungsartikel bloss ein paar Runden drehen soll, kassiert sie pflichtbewusst den vollen Preis: 7 Stutz für den Eintritt, 7 Stutz für die Schlittschuhe. Dazu kommt ein Franken Eintritt für die Zuschauerin.

Leicht angesäuert verziehen wir uns in die Umkleide, wo es riecht wie in allen Umkleiden. Die Schlittschuhe sind innen noch feucht, die Schuhbändel nass. Augen zu und rein, die Bändel rasch übers Kreuz geschnürt, festgezurrt, Kappe, Schal, Handschuhe - ab auf die Eisbahn.

Ei, ist da was los. Es flitzt und wirbelt, es klammert und wackelt. Je kleiner, desto rasanter unterwegs, merkt man schnell. Da kurvt eine kleine Eisprinzessin mit wehendem Blondschopf herum, als wäre sie eine grosse. Die Klammerer sind mehrheitlich Teenager, die gleich im Klassenverbund aufs Eis geschickt wurden. In Viererreihen schieben sie sich kreischend und kichernd übers Eis, die rettende Bande anvisiert. Zugegeben, Schlittschuhlaufen ist Übungssache, nach einigen Runden sieht es bereits bei allen besser aus. Uns verleidet es recht schnell. Das Eis ist aufgeraut, der Platz eng. Ein Drittel des Feldes ist für die Eishockeyspieler abgetrennt, den Rest teilen sich Schulklassen, Eltern mit Kindern, Eisprinzessinnen. Nach knapp 20 Minuten geben wir die Schlittschuhe zurück.

Wo : Sportanlage Weihermatt, Weihermattstrasse 60
Kosten : Eintritt Eislauf Kinder 3 Franken, Erwachsene 7 Franken / Eintritt Zuschauer 1 Franken / Schlittschuhe 7 Franken
Infos : www.urdorf.ch


Skilift Dietikon

Ob der Untergrund die Schlittenkufen aushält? Oder bleiben wir im weichen Untergrund stecken? Wir sind skeptisch und werden eines Besseren belehrt: Der Hang bei der Hundshütte ist perfekt, selbst nach dem Rekordansturm vom Wochenende. Kein einziges Grasbüschel lugt aus der Schneedecke, keine braune Stelle ist zu sehen. Und selbst jetzt, an einem späten Nachmittag unter der Woche, ist hier einiges los. Wie aufgefädelt auf einer Kette lassen sich die Kinder mit den Ski oder Snowboards an den Füssen den Hang hinaufziehen. Am Hang laufen die Schlittler nach oben, jauchzend stürzen sich die Kinder die Piste hinunter. Unten sitzen die Mütter auf Strohballen, auf den Knien das Zvieribuffet mit Apfelschnitzen und Reiswaffeln.

Alles fährt Ski - auch am Dietiker Skilift



Dem guten Gewissen zuliebe lassen wir den Schlepplift links liegen und schleppen uns samt Schlitten selbst nach oben. Nach einer gewissen Anstrengung macht eine Schussfahrt viel mehr Spass. Wobei, so ermüdend ist der Aufstieg der rund 180 Meter langen Piste nicht. Wie dem auch sei; wir zäpfen den Hang hinunter und finden es grossartig. Der Schlitten fährt wie auf Schienen. Und selbst wenn viele Leute da sind, kommt man gut aneinander vorbei.

Wo: bei der Hundshütte oberhalb der Weinbergstrasse
Parkieren: besser mit dem Bus kommen

Kosten: Tageskarte Kinder 5 Franken, Erwachsene 8 Franken

Infos: www.dietikon.ch