Birmensdorf

Mit seinen Klassikern erobert Clown Dimitri die Herzen der Zuschauer

Die leise Poesie ist sein Rezept: Clown Dimitri in Birmensdorf.

Die leise Poesie ist sein Rezept: Clown Dimitri in Birmensdorf.

Der berühmte Clown und Mime begeisterte im Gemeindezentrum Brüelmatt mit Höhepunkten aus seiner 55-jährigen Manegenkarriere. Seit Generationen beglückt er seine Zuschauer - auch am Freitagabend schafft er es wieder.

Es sind die leisen, poetischen Momente, die bei Dimitris Auftritt in Birmensdorf berühren. Etwa, wenn er Zwiesprache hält mit seinem Saxofon oder, ganz ohne Requisiten, Situationen einzig durch seine Mimik und Gestik Wirklichkeit werden lässt. Wie ein Kind freut er sich über seine skurrilen Einfälle und erobert mit einem breiten Lachen die Herzen der Zuschauer. Er kämpft mit den kleinen Widrigkeiten des Alltags und nimmt sich die Zeit, in aller Ruhe eine Banane zu verspeisen. Ein Mantel, eine Perücke, und schon ist Dimitri ein gehörnter Teufel oder ein bunter Harlekin.

Die rote Nase und die grossen Schuhe machen ihn zum klassischen Clown. Der bleischwere Koffer wird plötzlich federleicht, sobald Dimitri sich den Gepäckträger-Hut aufsetzt. Er kämpft mit den Tücken des Objekts und schenkt den Zuschauern seinen Klassiker, die grosse Nummer mit dem Liegestuhl, der sich ihm widersetzt. Nicht Schenkelklopfer-, sondern die leise Poesie ist sein Rezept. Dafür liebt ihn das Publikum seit Generationen.

1960 trat Dimitri als 25-jähriger erstmals mit einem eigenen Programm im Schauspielhaus Zürich auf. Bekannt wurde er einem breiten Publikum, als er 1970 mit dem Zirkus Knie auf Tournee ging. Am 18. September wird er seinen 80. Geburtstag feiern. Aber sein Liegestuhl dient ihm noch immer als Requisit und nicht zur beschaulichen Rückschau auf eine erfolgreiche Karriere. Seine Energie, verriet er kürzlich in einem Interview mit der Nordwestschweiz, schöpft er aus der Tatsache, dass er den Menschen Freude bereiten kann. Er habe, so Dimitri, sich etwas Kindliches bewahrt und freue sich am Leben.

«Natürlich werde ich älter. Aber der Clown in mir bleibt jung und kindlich und gibt keine Ruhe». Dimitri ist zuversichtlich, dass Zirkus und Theater so schnell nicht verschwinden werden, denn auch junge Leute, die mit Comedy-Sendungen gross geworden sind, besuchen seine Vorstellungen. «Sie sind oft unruhig und ungeduldig. Aber sie kommen.»

Im Fernsehen weggezappt

Gekommen ist auch Thomas Risch zum Dimitris Vorstellung am Freitagabend in Birmensdorf. «Ich habe als kleiner Bub Dimitri einmal im Zirkus Knie erlebt», erinnert er sich. Risch gefällt das Poetische, das Dimitri auf die Bühne zaubert. Auch Heidi Müller ist begeistert von seiner Mimik. Eigentlich habe sie immer weggezappt, wenn er am Fernsehen zu sehen war. Jetzt wollte sie ihn live erleben und ist begeistert: «Ich würde jederzeit wieder kommen.» Zu einem Zeitpunkt, da sich andere längst zur Ruhe gesetzt haben, will Dimitri weiterhin die Menschen zum Lachen bringen: «Ich brauche nur Licht und meine Requisiten. Und es funktioniert immer noch. Humor ist eine gesunde, stärkende Nahrung für die Seele.»

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