Die Schlieremer Bevölkerung wächst und so tun es auch die Schulden und die Investitionen. Dies ist die Quintessenz aus dem am Mittwoch veröffentlichten Voranschlag des Jahres 2015. Finanzvorsteherin Manuela Stiefel verweist darauf, dass im kommenden Jahr die Bevölkerungszahl die 18 000er-Marke knacken wird. Dadurch würden die Steuereinnahmen leicht ansteigen. Trotzdem steht einem Aufwand von 157 Millionen Franken ein Ertrag von 156 Millionen gegenüber, unter dem Strich bleibt also ein Defizit von einer Million Franken. Der Steuerfuss soll wie in diesem Jahr bei 114 Prozent festgesetzt werden.

Ein Sorgenkind des Schlieremer Finanzhaushalts ist und bleibt das Sozialwesen. «Die überdurchschnittliche Belastung in der sozialen Wohlfahrt stellt eine grosse Herausforderung für uns dar», so Stiefel. Die Ausgaben dafür betragen rund 59 Steuerprozente. In absoluten Zahlen steigen die Ausgaben im Sozialwesen von gut 56 Millionen Franken in diesem Jahr auf 58 Millionen Franken im 2015.

Auch der kantonale Ressourcenausgleich nimmt ab. Dieser spült im kommenden Jahr nur noch rund 18 Millionen Franken in die Schlieremer Kassen. Trotz Bevölkerungswachstum der Stadt nimmt er somit im Vergleich zum Vorjahr um rund 600 000 Franken ab. Stiefel begründet dies damit, dass im Referenzjahr 2013 Schlierens Steuerkraft um rund 40 Franken pro Einwohner zugenommen habe, das Kantonsmittel zeitgleich um 10 Franken pro Jahr gesunken sei.

Der zweitgrösste Kostenpunkt, Bildung und Jugend, wird im kommenden Jahr nicht weiter wachsen. Nachdem zwischen 2010 und 2014 die Ausgaben um gut 11 auf 32 Millionen Franken gestiegen waren, geht der Voranschlag von Ausgaben von ebenfalls rund 32 Millionen Franken aus.

Schulden durch Investitionen

Schlieren investiert im kommenden Jahr im grossen Stil. Netto schlägt dies mit 32,4 Millionen Franken zu Buche. Davon fliesst ein grosser Brocken in der Höhe von rund 20 Millionen Franken in den Bau des neuen Schulhauses Reitmen in Schlieren West, für den Stadtplatz soll rund eine halbe Million Franken ausgegeben werden und für die Verlängerung der Goldschlägistrasse will die Stadt im nächsten Jahr rund 5 Millionen Franken ausgeben.

Dies hat grosse Auswirkungen auf die Verschuldung. Der Selbstfinanzierungsgrad, der anzeigt, welcher Prozentsatz der Neuinvestitionen durch selbst erwirtschaftete Mittel gedeckt werden kann, sinkt auf ein «problematisches» Niveau, wie es in der Mitteilung heisst. Richtwerte besagen, dass ein Prozentsatz von unter 100 eine vertretbare Verschuldung, ein Wert unter 70 Prozent eine grosse Neuverschuldung bedeuten. Für das kommende Jahr rechnet Schlieren mit einem Selbstfinanzierungsgrad von gerade mal 26,5 Prozent — im Jahr 2013 waren es noch deren 121,8 — also weit unter den Richtwerten. Somit erhöht sich die Nettoschuld der Stadt auf 49 Millionen Franken, was rund 2700 Franken pro Einwohner ausmacht. Vor drei Jahren belief sich dieser Wert noch auf rund zehn Millionen Franken oder 650 Franken pro Einwohner.

Den durch das Wachstum zu tätigenden Ausgaben steht eine kleine Erhöhung der Steuereinnahmen gegenüber. Waren es in diesem Jahr noch Erträge in der Höhe von knapp 57 Millionen Franken, so sollen laut Voranschlag im nächsten Jahr knapp 61,5 Millionen Franken durch Steuererträge in die Schlieremer Stadtkasse gespült werden.