Urdorf
Mit Magazin kulturelle Brücke zwischen Zürich und Baden bilden

Im Frühling kommt ein neues Kulturmagazin auf den Markt: «Escapade, das Kulturmagazin für das Limmattal und Zürich» - wobei das Limmattal bis nach Baden ausgedehnt wird. Verleger und kreativer Kopf hinter dem Projekt ist der Urdorfer Andreas Babic.

Katja Landolt
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Andreas Babic mit dem Cover des Kulturmagazins «Escapade», das ab Mai erscheinen soll.

Andreas Babic mit dem Cover des Kulturmagazins «Escapade», das ab Mai erscheinen soll.

Katja Landolt

Kultur ist Programm. Das Magazin berichtet über alles, was mit Kultur zu tun hat; Malerei, Architektur, Bildhauerei, Musik, Genuss. Der Begriff soll aber nicht bloss für Kunst, Geist und Gestaltung stehen, sondern ruhig auch mal für Dreckiges, für eine Negativentwicklung. Themen wie die Wegwerfkultur, beispielsweise.

Hoher Anspruch an Themen

Themen aus der ganzen Bandbreite des Begriffs Kultur also - aber stets handverlesen. Nicht alles, was an Kultur erinnert, findet Eingang ins Magazin. «Spektakulär soll es sein, gehaltvoll. Es muss den Leser fesseln», so Designer und Werber Andreas Babic. Um den exquisiten Charakter und die hohen Ansprüche zu unterstreichen, setzt er deshalb auch auf ein elegantes Layout und auf solvente Inserenten. Ganz nach Babics Motto: «Kultur muss man sich leisten können.»

Die Idee für ein Kulturmagazin ist vor rund drei Monaten entstanden. «Jede Gemeinde hat ihr eigenes Heftchen, in der die kulturellen Veranstaltungen aufgelistet sind; etwas Einheitliches existiert aber nicht», sagt Babic, der vor einem Jahr auch den Limmattaler Kinderkochklub Spaghettino gegründet hat. Die erste Doppelnummer soll im Mai in einer Auflage von 20 000 Exemplaren erscheinen. 60 Seiten Umfang schweben Babic pro Ausgabe vor. So soll es im Zweimonatsrhythmus weitergehen. Themensetting, Recherche, Schreiben, Inserentensuche, Layout - alles will Babic selber machen. Redaktionelle Unterstützung hat er bisher nur für den Bereich Jazz und in drucktechnischen Belangen, einen Kenner für den Bereich Literatur sucht er noch.

Ein Magazin in Personalunion

Übernimmt er sich damit nicht? «Es ist schon eine ordentliche Portion Arbeit», sagt Babic. Aber er ist optimistisch. Die Frage, ob das Limmattal kulturell so viel hergebe, dass sich im Jahr 360 Magazinseiten damit füllen lassen, schmettert er ab. «Zwischen Zürich und Baden gibt es so viel Kulturelles, worüber ich gerne schreiben möchte. Ich habe genügend Themen für die nächsten 30 Ausgaben.»

Nebst grossen Artikeln soll das Magazin auch Platz bieten für verschiedene Rubriken: beispielsweise für «Kunst in der Kirche» und für einen Marktplatz, wo Künstler ihre Werke verkaufen können. Für einen Kulturkalender will Babic die Gemeinden mit ins Boot holen. Für einen kleinen Kostenbeitrag sollen sie ihre Veranstaltungen veröffentlichen können, im Gegenzug berichtet das Magazin redaktionell über aktuelle Anlässe im Ort.

Von begeistert bis abwartend

Vertreiben will Babic das Magazin über verschiedene Wege: Ein Teil wird in den Gemeinden aufgelegt, ein Teil verschickt oder über Läden und Inserenten verteilt. «Das Magazin soll kostenlos abgegeben werden, aber offiziell zwölf Franken kosten», sagt Babic. Will heissen: Der Wert wird aus Prinzip auf das Cover gedruckt. «Was nichts kostet, ist nichts wert», ist er überzeugt. Trotzdem soll auch jeder Interessierte das Magazin lesen können. «Es soll nicht am Preis scheitern, ob jemand das Heft anschaut oder nicht.» Die Kosten decken will er mit den Einnahmen aus dem Inserateverkauf.

Die Reaktionen auf Babics Idee reichen von beigeistert bis abwartend. «Viele haben äusserst positiv reagiert, einige Gemeinden und Inserenten haben mir bereits Beiträge zugesichert.» Andere würden lieber die Lancierung des Magazins abwarten und zu einem späteren Zeitpunkt einsteigen. Babic ist vom Erfolg überzeugt und denkt bereits weiter. «Wenn das Magazin Anklang findet, werde ich das Einzugsgebiet auf Basel und Bern ausweiten.»

Kontakt: info@escapade-magazin.ch