«Lach oder stirb» heisst das Programm des deutschen Komikers Martin Schneider alias Maddin, mit dem er in gemütlicher Zirkuszeltatmosphäre am Donnerstagabend den Comédy Herbst einläutete. Diese zwei Möglichkeiten - lachen oder sterben - galten aber nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für Maddin selbst. Der Komödiant mit der ausgeprägten Mundpartie erzählte von zahlreichen Schicksalsschlägen in seinem Leben, von denen die unfreiwillige Gefangenschaft in einem Dixie-Klo die prägendste von allen war.

Zappelphilipp mit Dialekt

In einem abgelegenen Ferienhäuschen sperrt sich Maddin auf der Toilette ein und bekommt prompt die Türklinke nicht mehr auf. Jegliche Versuche, aus der stinkenden und engen Toilette wieder herauszukommen, scheitern. Maddin demonstrierte dem Publikum glaubhaft, wie er damals auf dem knappen Quadratmeter vergebens versuchte, die Toilettentür einzutreten.

Er tänzelte an einer Stelle auf der Bühne auf dem rechten Bein, winkelte das Linke an und kickte damit immer schneller gegen die imaginäre Tür vor sich. «Wie hätt denn des gehen solln, isch konnt ja net ausholn da drinne», sagte Maddin empört in seinem typisch hessischen Dialekt. Überhaupt konnte Maddin während seines gut eineinhalb stündigen Auftritts kaum eine Sekunde still stehen. Bewegten sich seine Arme gerade nicht, so sprang er in die Luft, hüpfte im Kreis oder verrenkte seinen Hals.

Wortspiele sorgen für Schmunzeln

Nebst seiner Gestik und Mimik unterhielt Maddin das Publikum mit seinen gekonnten Wortwitzen, die für Dauerschmunzeln sorgten. Andauernd verdrehte er Ausdrücke oder setzte Wörter beliebig neu zusammen. So beschrieb er seine Oma als «tödlich verstorben» und seine Wahlreligion als den «Islamokathobuddismus». Wenn Maddin im Internet surft, «gurgelt» er anstatt zu «googeln» und in seiner Bibel sucht er nach Koriander statt Korinther.

OK-Präsident Philipp Locher war mit Maddins Auftritt zufrieden: «Der Abend war ein gelungener Ausgleich zum Alltag und ein toller Auftakt für den Comédy Herbst.» Hinter den Kulissen habe er die Möglichkeit gehabt, Maddin auch privat kennenzulernen, verriet Locher. «Er ist ein sehr ruhiger und etwas scheuer Mensch.» Das mache ihm Maddin aber nur noch sympathischer, so Locher.