Oberengstringen

Mit Konzert und Theater: Die Lust am Spiel blieb ungebrochen

An zwei Abenden begeisterte der Männerchor Engstringen im Zentrum das Publikum mit Konzert und Theater.

Am Wochenende stand Oberengstringen ganz im Zeichen der Kultur: Der Männerchor Engstringen lud zum zweiten «Theater Spektakel» ins Zentrum ein. Freitags und samstags gaben die Herren ein Mini-Konzert, gefolgt von einer Aufführung der befreundeten Theatergruppe Rifferswil. «Wir haben den Anlass von langer Hand geplant», sagte Präsident Paul Burch. Ein knappes Jahr wurde für die Vorbereitung benötigt und rund 40 Personen seien an der Organisation beteiligt gewesen. Das Publikum erschien zahlreich, denn die Kombination Gesang und Spiel hat grosse Tradition.

Von «Country Roads» bis Haydn

Der Männerchor setzt sich mit vollem Elan dem grassierenden «Vereinssterben» entgegen. «Damit ein Verein überlebt, benötigt er einen funktionierenden Vorstand sowie einen hervorragenden Dirigenten», so Burch. Mit Gunhard Mattes steht ein Meister seines Fachs am Pult, der auch das Orchester Gelterkinden dirigiert und bereits mit dem Tonhalle-Orchester Zürich sowie dem Zürcher Kammerorchester arbeitete. Zudem ist Mattes auch Initiant des «Women’s Orchestra of Switzerland» – und er war sich nicht zu schade, um nach der Darbietung auch im Service mitzuhelfen. Wie alle Mitglieder des Vereins. Der Chor sang zunächst fünf Lieder: Auf Franz Schuberts «Bacchus» folgte der Evergreen «California dreamin’», um dann John Denvers «Country Roads» zu befahren und mit Kurt Lissmann und dessen Trinklied «Aus der Traube in die Tonne» zu schliessen. Als Zugabe folgte die Serenade von Joseph Haydn. Nach dem Konzert ging der Vorhang für die Theatergruppe Rifferswil und deren Schwank «E Gsichtsmaske bitte!» auf.

Ein Schwank mit Patina

Die Gruppe besteht aus Mitgliedern des Gesangsvereins Rifferswil sowie theaterbegeisterten Personen aus deren Dorf. Im Stück, das auf einem ländlichen Hof spielt, freut sich die dort ansässige Familie über einen Lottogewinn, der deren Leben jedoch gänzlich aus den Fugen bringt. Die resolute Mutter liebäugelt zudem mit dem Adel, wäre da nicht der Grossvater, der sämtliche ambitionierte Pläne zunichtemacht. Und da ist auch noch eine Kosmetikerin, die fette Beute wittert.

Bereits vor 20 Jahren habe die Gruppe das Stück von Heidi Hillreiner aufgeführt, sagte Burch. Entsprechend lag etwas Patina auf der Inszenierung: In der liebevoll ausgestatteten Kulisse führte die Zukunft der Tochter schnurstracks in den Hafen der Ehe, telefoniert wurde noch per Drehscheibe, und die Lottozahlen erschienen ausschliesslich in der Zeitung.

Wohlwollender Applaus

Das hatte etwas von der vermeintlich «guten, alten Zeit», die das Publikum durchaus zu schätzen wusste. Obwohl die zwei Pausen etwas am Tempo nagten und die Handlung vorhersehbar war, wurde das Ensemble mit wohlwollendem Applaus bedacht. Für den Männerchor Engstringen war es der Startschuss in ein aufregendes Jahr.

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