Musik
Mit ihrer neuen Single zeigt sich Diamá so persönlich wie noch nie

In ihrer neuen Singleauskopplung "I just wanna scream" setzt sich die Dietiker Musikerin mit dem dunkelsten Kapitel ihrer Vergangenheit auseinander. Neben der Musik hat sie allen Grund zur Freude, wie sie im Interview erstmals erzählt.

Florian Schmitz
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Das Video ist bewusst schlicht gehalten und ist sehr nah an den Menschen dran.

Das Video ist bewusst schlicht gehalten und ist sehr nah an den Menschen dran.

Zur Verfügung gestellt

Mit tränenverschmierten Augen hockt Diamá in ihrem Auto in einer dunklen Parkgarage und kämpft gegen ihre Verzweiflung an. Ihr ist zum Schreien zu Mute. Als sie den Mund aufmacht und sich die Intensität entlädt, ist von aussen nur ein dumpfes Dröhnen zu hören. Es geht emotional und düster zu im neuen Video der Dietikier Musikerin, das sie zur vierten Single aus ihrem im März erschienenen Album "We're not done" gedreht hat. Das Video zum passend betitelten Song "I just wanna scream" wird morgen offiziell veröffentlicht, doch bereits jetzt kann es hier exklusiv angeschaut werden.

Als "den persönlichsten Song, den ich je geschrieben habe" bezeichnet Diamá ihre neue Single im Interview. "Ich habe meinem besten Freund am Sterbebett versprochen, meine Leidenschaft für die Musik durchzuziehen und dass jeder seinen Namen kennenwerde", erzählt Diamá. Das war vor rund 8 Jahren. Mit "I just wanna scream" löst sie dieses Versprechen symbolisch ein und verarbeitet gleichzeitig die dunkelste Zeit ihres Lebens.

Geschrieben hat sie den Song gemeinsam mit ihrem Songwriter Jiamée. "Ich habe mir damit keinen Gefallen getan", sagt die Künstlerin mit einem Lachen, das erahnen lässt, wie nah ihr der autobiographische Text geht. Der Videodreh sei dann auch "sehr anstrengend und intensiv" gewesen, aber gleichzeitig auch "wunderschön und belohnend". Produziert wurde das Video von Serge Wohlgensinger, der bereits ihre beiden Singles "La Mossa (The Brush-Off)" und "Mare" bebilderte.

Zerbrechlichkeit und Stärke

Schmerz, Verzweiflung, Verlustgefühle: Die Beschreibung von "I just wanna scream" lässt vermuten, dass den Musikhörer hier ein durch und durch depressives Lied erwartet. Doch weit gefehlt, denn nur schon die musikalische Untermalung vom Produzenten-Trio BlueSynthax bricht bewusst mit der Trauer des Textes und versprüht Stärke und Lebensfreude. Denn trotz allem Herzschmerz sei die wichtigste Botschaft, dass das Leben weitergehen soll und muss, sagt Diamá. Dies spiegelt sich auch visuell im Musikvideo wider. Kurz vor Schluss werden die ruhigen schwarz-weiss Aufnahmen von farbigen, pulsierenden Konzertszenen verdrängt.

Die Lebensfreude ausstrahlenden Bilder passen auch ganz gut zum derzeitigen Leben von Claudia d'Addio, wie die Künstlerin mit bürgerlichem Namen heisst. Nach vielen Jahren harter Arbeit konnte sie 2015 endlich ihr erstes Soloalbum veröffentlichen. "Es ist toll, dass jetzt die Künstlerin und die Musik im Vordergrund stehen, statt nur meine Biographie", freut sich Diamá. Die positive Resonanz auf ihr Debütalbum sei eine tolle Bestätigung und sie fühle sich bestärkt, weiter ihren Weg zu gehen.

Dieser Weg droht keinesfalls langweilig zu werden, denn schon bald wartet die nächste grosse und belohnende Herausforderung: "Ich bin im 7. Monat schwanger", erzählt die Künstlerin überglücklich. Im September soll es soweit sein. Obwohl sich die Ereignisse in ihrem Leben derzeit förmlich überschlagen, sehe sie das Leben entspannter und weniger als Kampf an als früher. Von diesem Optimismus sei sie selber überrascht, so kenne sie sich gar nicht, fügt sie lachend an.

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